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Medizin

Nasentropfen mit Stammzellen heilen Riechstörung bei Mäusen

Montag, 3. Juni 2019

Als Teil der Riechbahn befindet sich der Bul­bus olfacto­ri­us (gelb) an der Lami­na cribro­sa des Sieb­beins. Hier en­den die Riechnerven­fasern (grün). /Axel Kock stock.adobe.com
Als Teil der Riechbahn befindet sich der Bul­bus olfacto­ri­us (gelb) an der Lami­na cribro­sa des Sieb­beins. Hier en­den die Riechnerven­fasern (grün). /Axel Kock stock.adobe.com

Miami – US-Forscher haben eine Stammzelltherapie von Riechstörungen entwickelt, die laut einer Studie in Stem Cell Reports bei Mäusen erfolgreich eingesetzt wurde (2019; doi: 10.1016/j.stemcr.2019.05.001).

Bei etwa jedem 8. Erwachsenen kommt es im Verlauf des Lebens zu einer Riech­störung, die die Lebensqualität herabsetzt und wegen der fehlenden Warnfunktion auch lebensgefährlich sein kann. Die meisten Störungen sind auf den Untergang der olfaktorischen Rezeptorneurone zurückzuführen. Es handelt sich um kurze bipolare Neurone. Sie sind auf der Seite des Riechepithels mit Zilien besetzt, auf denen sich die Geruchsrezeptoren befinden. Auf der anderen Seite haben die Zellen einen Dendriten, der durch Öffnungen des Siebbeins mit dem Bulbus olfactorius auf der Schädelbasis verbunden ist.

Defekte Neurone können in begrenztem Maße von den kugelförmigen Basalzellen („globose basal cells“, GBC) im Riechepithel ersetzt werden. Ein Team um Bradley Goldstein von der Miller School of Medicine in Miami hat jetzt ein Verfahren entwickelt, um diese Stammzellen im Labor zu vermehren und dann als Nasenspray einzusetzen.

Um die Effektivität testen zu können, mussten die Forscher ein Mäusemodell der Erkrankung entwickeln. Dies gelang durch die Ausschaltung des Gens IFT88. Das Gen wird für die Entwicklung der Zilien benötigt, ohne die keine Geruchswahrnehmung möglich ist (Mutationen im Gen IFT88 sind beim Menschen eine seltene Ursache der angeborenen Anosmie).

Stammzellen differenzieren zu olfaktorischen Rezeptorneuronen

Die Tiere mit dem Gendefekt waren ebenfalls nicht in der Lage, Gerüche wahrzunehmen. Dies änderte sich nach einer intranasalen Applikation der Stammzellen. Die Stammzellen siedelten sich im Riechepithel an und differenzierten sich nach einiger Zeit in olfaktorische Rezeptorneurone. Deren Dendriten wuchsen durch die Öffnungen des Siebbeins und bildeten eine Synapse mit dem Bulbus olfactorius.

Ob die Therapie auch beim Menschen funktionieren würde, ist unklar. Zunächst einmal müsste sicher gestellt werden, dass sich im Riechepithel der meist älteren Menschen noch GBC-Zellen befinden, die sich im Labor kultivieren ließen. Als Alternative kämen induzierte pluripotente Stammzellen infrage, die jedoch zunächst in GBC-Zellen differenziert werden müssten.

© rme/aerzteblatt.de

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