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Medizin

Patienten in psychiatrischen Einrichtungen können von Sporttherapie profitieren

Montag, 3. Juni 2019

Junge Frau trainiert auf einer Rudergerät im Fitnessstudio /Yakov, adobe.stock.com
/ Yakov, adobe.stock.com

Burlington – Auch Patienten, die wegen psychischer Erkrankungen stationär versorgt werden müssen, können von körperlicher Bewegung profitieren. Das berichten Wissenschaftler der University of Vermont in der Zeitschrift Global Advances in Health and Medicine (2019; doi: 10.1177%2F2164956119848657). Sie fordern daher, der Bewegungstherapie eine größere Bedeutung beizumessen.

Der Hauptautor, David Tomasi, entwarf mit seiner Arbeitsgruppe ein Setting, das körperliche Aktivität mit Informationen über gesunde Ernährung kombinierte und so eine ganzheitliche Betreuung ermöglichen sollte. Sie installierten dafür unter anderem Fitnessgeräte in ihrer stationären Einrichtung, zum Beispiel Rudergeräte und Fahrradtrainer. Insgesamt rekrutierten sie 100 Patienten für die Studie, unter anderem solche mit bipolarer affektiver Störung, Persönlichkeitsstörung, Depression, generalisierter Angststörung und Schizophrenie.

Jeder Teilnehmer trainierte pro Einheit jeweils 60 Minuten nach einem strukturierten Programm. Dieses bestand aus einer Kombination von Herz-Kreislauf-Training, Kraftåtraining und Lockerungsübungen.

Die Forscher hielten zudem 60-minütige Sitzungen, in denen sie Ernährungsgrundlagen vermittelten und mit den Patienten über gesunde Ernährung und die Zubereitung von Mahlzeiten diskutierten.

Die Studienteilnehmer erhielten kurz vor und nach den Sitzungen Fragebögen zur Erfassung des Selbstwertgefühls, der Stimmung und des Selbstbildes.

Laut den Forschern waren die Ergebnisse „ermutigend“. Nach den Trainingseinheiten zeigten 95% der Teilnehmer eine Verbesserung der Stimmung und des Selbstwert­gefühls, verglichen mit den Fragebogenwerten vor den Sitzungen. Sie berichteten auch über eine Verringerung von Depressionen, Angstzuständen und Wut. 97,6 % der Teilnehmer gaben zudem an, dass sie häufiger trainieren möchten.

Die Wissenschaftler weisen aber auch darauf hin, dass die Stichproben eher klein war und sie die Patienten nicht langfristig begleiten konnten.   © hil/aerzteblatt.de

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