NewsPolitikSchleswig-Holstein will neues Finanzierungssystem für Kliniken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Schleswig-Holstein will neues Finanzierungssystem für Kliniken

Montag, 3. Juni 2019

/Gina Sanders, stockadobecom

Kiel – Die Finanzierung der Krankenhäuser in Deutschland muss nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Ge­sund­heits­mi­nis­ters Heiner Garg neu geregelt werden. Das 2004 eingeführte System mit Fallpauschalen habe die Transparenz zwar deutlich erhöht, sagte der FDP-Politiker. Aber es gebe immer noch zu viele Fehlanreize im System und zu viele Betten in den Krankenhäusern.

Das führe angesichts begrenzter Personalkapazitäten zu massiven Problemen. Mit einem Antrag an die am kommenden Mittwoch und Donnerstag in Leipzig tagende Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz will Garg das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auffordern, mit Expertenhilfe eine neue Finanzierungsstruktur zu entwickeln.

Anzeige

„Wir müssen offen und ehrlich über die Spezialisierung und Konzentration von hoch­komplexen stationären Leistungen diskutieren“, sagte Garg. Auf der anderen Seite müsse gerade in Flächenländern der Zugang zur Grund- und Regelversorgung gesi­chert werden.

Die Hauptfrage sei: „Wie optimieren wir die Struktur so, dass sie die Innovations­fähig­keit in Krankenhäusern stärkt, den Bedürfnissen eine älter werdenden Gesellschaft gerecht wird und die Leistungsfähigkeit mit dem vorhandenen Personal erhält?“ Hier müsse eine ehrliche Zwischenbilanz des Fallpauschalensystems gezogen werden, sagte Garg.

Ein neues System sollte aus seiner Sicht nicht nur eine ausreichende Finanzierung gewährleisten. Ökonomische Fehlanreize wie Personalabbau und die Ausweitung von Leistungen sollten minimiert werden. Krankenhäuser und Kostenträger müssten eine möglichst große Planungssicherheit bekommen.

Garg zufolge gibt es Krankenhäuser, die sich gezwungen sehen, Leistungen aus­schließ­lich aus wirtschaftlichen Erwägungen anzubieten. „Das sollte angesichts der begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen nicht Ziel von Gesundheitspolitik sein.“ © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. Juni 2019
Halle – Den Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt steht seit Jahren nicht ausreichend Geld für Investitionen zur Verfügung. Dabei geht es um neue Medizintechnik, Baumaßnahmen und um Investitionen in
Großer Investitionsstau an Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt
24. Juni 2019
Potsdam – Brandenburgs Ge­sund­heits­mi­nis­terin Susanna Karawanskij (Linke) will Krankenhäuser in den ländlichen Regionen zu Gesundheitszentren ausbauen. Dort sollen Ärzte sowohl in der stationären
Krankenhäuser in Brandenburg sollen Gesundheitszentren werden
20. Juni 2019
Berlin – Als „eine herbe Enttäuschung“ hat die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) den gestern vorgelegten Haushaltsentwurf der Berliner Landesregierung für die Jahre 2020 und 2021 bezeichnet.
Berliner Krankenhausgesellschaft enttäuscht von Haushaltsentwurf
17. Juni 2019
Wetzlar – Der Klinikverbund Hessen hat vor „erheblichen Liquiditätsproblemen“ für Krankenhäuser gewarnt, wenn zum 1. Januar 2020 die neuen Pflegeentgelte zum Tragen kommen. Im
Krankenhäuser sorgen sich um Zahlungsfähigkeit wegen neuer Pflegeentgelte
17. Juni 2019
Hamburg – Das wirtschaftlich angeschlagene Erzbistum Hamburg will die Trägerschaft seiner katholischen Krankenhäuser abgeben. „Wir suchen einen strategischen Partner, um die Krankenhäuser nachhaltig
Erzbistum Hamburg will katholische Krankenhäuser abgeben
13. Juni 2019
Hannover – Viele Krankenhäuser in Niedersachsen haben Modernisierungsbedarf: Das Land plant deswegen nach Angaben von Sozialministerin Carola Reimann (SPD) im kommenden Jahr an 19 Klinikstandorten
Investitionen an 19 Klinikstandorten in Niedersachsen geplant
5. Juni 2019
München – In Bayern haben die Landesgesundheitsministerin Melanie Huml und der Heimat- und Finanzminister Albert Füracker (beide CSU) das Jahreskrankenhausbauprogramm 2019 freigegeben. Darin sind 120
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER