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Politik

Neues Bündnis beschließt Maßnahmen gegen Ärztemangel in Sachsen

Montag, 3. Juni 2019

/dpa

Dresden – Im Kampf gegen den Ärztemangel haben das Sozialministerium Sachsen, die Sächsische Landesärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die Kran­kenhausgesellschaft Sachsen und die AOK Plus gemeinsam Maßnahmen für eine gute ärztliche Versorgung im ländlichen Raum beschlossen.

Demnach wird das Bündnis zunächst die Studienplätze für Humanmedizin in Ungarn in den kommenden zwei Jahren von bisher 20 auf 40 Plätze verdoppeln. Die Finanzie­rung der zusätzlichen Studienplätze erfolgt durch das Land Sachsen. Damit weitet das Bündnis ein seit 2013 laufendes Modellprojekt der KV Sachsen aus, in dessen Rah­men die KV 20 Studierende im deutschsprachigen Studiengang Humanmedizin an der Universität Pécs in Ungarn fördert.

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Das Bündnis fordert zudem 100 zusätzliche Medizinstudienplätze im Land und ver­bind­­liche hochschuleigene Auswahlverfahren, „da gute Noten allein noch keinen guten Arzt machen“. „Ein entscheidender Baustein bleibt für mich die Einführung einer Land­arztquote, um vorab bereits Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen“, sagte Sach­sens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU).

Das Bündnis will außerdem angehende Ärzte finanziell unterstützen. „Wir wollen künf­tig beispielsweise die jungen Medizinstudierenden im Praktischen Jahr finanziell unter­stützen. Dies ist angesichts eines bundesweiten Wettbewerbs um den ärztlichen Nach­wuchs unerlässlich. Eine angemessene Vergütung im PJ kann die Attraktivität der sächsischen PJ-Angebote erheblich steigern“, sagte Hubertus Jaeger, Vorsitzen­der des Vorstandes der Krankenhausgesellschaft Sachsen.

Das neue Bündnis will außerdem das bestehende Netzwerk „Ärzte für Sachsen“ mit einer Imagekampagne bei seiner Arbeit für die Nachwuchsgewinnung und die Anwer­bung von Ärzten für den Freistaat Sachsen unterstützen.

Digitalisierung und Delegation

Das Bündnis möchte darüber hinaus Ärzte entlasten, indem es Modelle zur Delegation und neue Berufsbilder wie nichtärztliche Praxisassistenten und Physician Assistants fördert. Auch die Digitalisierung soll die ärztliche Arbeit effizienter gestalten.

„Mit dem Ausbau digitaler Strukturen kann es gelingen, Patienten in ländlichen Regio­nen weiterhin wohnortnah zu versorgen und gleichzeitig Ärzte zu entlasten“, sagte Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Ziel der Digitalisierung sei zudem eine bessere sektorenübergreifende Versorgung, damit keine Betreu­ungs­lücken bei hilfsbedürftigen Menschen entstünden. 

„Neue Ansätze wie Impfbusse, Satellitenpraxen und Patientenbusse sowie neue For­men der Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe und telemedizinische Ideen gilt es gemeinsam mit den Akteuren vor Ort auszuprobieren und einzuführen. Dabei sollen insbesondere die Ärzte entlastet und unnötige Bürokratie verringert werden“, betonte Rainer Striebel, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Plus. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #88767
fjmvw
am Montag, 3. Juni 2019, 20:14

Tss, tss - seit wann wird hier die Wahrheit geschrieben?

"Eine angemessene Vergütung ... kann die Attraktivität der sächsischen ... Angebote erheblich steigern“

Wo er Recht hat, hat er Recht.

Ach so, er will nicht die Ärzte angemessen vergüten sondern nur die PJ-ler. Im PJ angemessen vergütet, anschließend abgezockt und mit Regressen überzogen. Das hat der Herr von der Krankenhausgesellschaft zu erwähnen "vergessen". Kann passieren. Denn wenn man den PJ-lern die Wahrheit sagen würde, also nach dem PJ ist es mit der angemessenen Honorierung vorbei, wer würde dann noch nach Sachsen kommen? Niemand!
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