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Dachgesellschaft bekommt Kontrolle über Sanierung von Unikliniken in Niedersachsen

Dienstag, 4. Juni 2019

Universitätsmedizin Göttingen /dpa

Hannover – Mit der Gründung einer Dachgesellschaft hat Niedersachsen auf dem Weg zur Sanierung der Universitätskliniken einen weiteren Schritt zur Umsetzung des Milliardenprojektes getan. Eine landeseigene Holding solle die Koordination der Groß­bauvorhaben an der Universitätsmedizin Göttingen und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) übernehmen, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) heute in Hannover.

Thümler zufolge soll klar gegliedert sein, wer wo und wie die Verantwortung tragen werde. Er hatte auf das „abschreckende Beispiel“ des Berliner Großflughafens verwie­sen, dessen Fertigstellung sich seit Jahren verzögert. Die neue Struktur solle die Ver­gabe- und Bearbeitungsprozesse schneller machen, gleichzeitig sollen die Hochschu­len nach ihren Bedürfnissen planen können.

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Sowohl die Universitätsmedizin Göttingen als auch die MHH sind marode. Um die MHH-Gebäude zu ersetzen, soll ein Neubau in der Nähe des bisherigen Klinikkom­plexes auf einem 16 Hektar großen Kleingartengelände errichtet werden. Die Bauzeit für die dringend benötigten Neubauten, die abschnittsweise als geschlossene Einheit errichtet werden sollen, sei dort kürzer als auf einer nahe gelegenen Alternativfläche.

Durch die räumliche Trennung von der bestehenden Klinik sollen Behinderungen durch die Arbeiten gering bleiben. In der Vergangenheit war die MHH wegen Miss­wirt­schaft und Planungschaos bei Bauvorhaben häufiger in die Schlagzeilen geraten.

Der Investitionsbedarf in beiden Kliniken wurde Ende 2016 auf mindestens 2,1 Milliar­den Euro geschätzt. Das Land Niedersachsen hat bereits ein Sondervermögen von 1,05 Milliarden Euro aufgelegt. Thümler zufolge ist aber unklar, wie teuer die Klinik-Sanierung tatsächlich wird. „Über die Kosten kann man nur spekulieren“, sagte der Minister.

Allein der geplante erste Bauabschnitt in Göttingen, ein Bettenhaus mit OP-Trakt, werde voraussichtlich mit 450 Millionen Euro zu Buche schlagen. Ebenso vage ist Thümler zufolge, wann die neuen Unikliniken fertig sein werden. In Göttingen sei der Baubeginn für das kommende Jahr geplant. In Hannover gebe auch dafür noch kein Datum. „Ich hoffe, dass die MHH im Jahre 2022 mit dem Bau beginnen kann.“

Über die Konstruktion mit der Dachgesellschaft will Thümler die Vorhaben so schnell wie möglich voranbringen. Geplant sei, dass die Dachgesellschaft zu jeweils 49 Pro­zent an den Baugesellschaften beteiligt ist, die die Unikliniken noch in diesem Jahr gründen sollen.

Die Planung für die Neubauten liegt dann bei diesen Baugesellschaften. „Gebaut wird von den Unikliniken. Die wissen genau, was sie wollen und brauchen.“ In die Gebäude müsse die medizinische Technik des kommenden Jahrzehnts hineinpassen. Die Auf­sicht über die Kosten sei dann die Verantwortung der Dachgesellschaft. © dpa/aerzteblatt.de

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