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Ärzteschaft

In psychiatrischen Kliniken fehlt Personal

Dienstag, 4. Juni 2019

/dpa

Berlin – In psychiatrischen Kliniken ist mehr therapeutisches Personal notwendig. Dafür hat sich die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) ausgesprochen. Die stationäre Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen hinke „viel zu sehr hinter Leitlinienempfehlungen her“ und sei „im Schwerpunkt häufig medikamentös ausge­richtet, sagte BPtK-Präsident Dietrich Munz. Er kritisierte, Patienten insbesondere in psychiatrischen Kliniken „bekommen gerade einmal die Hälfte der psychotherapeuti­schen Gespräche, die für eine gute Versorgung notwendig wären.“

Die Forderung der Kammer richtet sich an den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss. Die­ser habe Fachgesellschaften und andere Organisationen soeben um Stellung­­nahme zu neuen Personalstandards in psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäu­sern gebeten. Nach vierjährigen Beratungen will er bis zum 30. September 2019 über bessere Personalstandards in der stationären Versorgung von psychisch akut und schwer kranken Menschen entscheiden.

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„Patientinnen und Menschen mit einer Schizophrenie erhielten 2017 im Durchschnitt nicht einmal ein 25-minütiges Einzelgespräch bei Ärzten, Psychotherapeuten oder Psychologen pro Woche. Auch die gruppenpsychotherapeutischen Angebote bestan­den im Durchschnitt nur aus einer 25-minütigen Sitzung wöchentlich“, gab Munz ein Beispiel. Dies sei verglichen mit Leitlinienempfehlungen und Expertenmeinungen „deutlich zu wenig“.

Auch die meisten Patienten mit unipolaren Depressionen, Belastungs- und An­passungs­störungen oder Angsterkrankungen erhielten im Durchschnitt pro Woche nur ein halbstündiges Gespräch mit einem Arzt, Psychotherapeuten oder Psychologen während ihrer stationären Behandlung in einer psychiatrischen Klinik.

„Psychisch kranke Menschen erhalten ambulant oft ein besseres psychotherapeuti­sches Angebot als in den Kliniken“, kritisierte Munz. „Die sprechende Medizin in psy­chiatrischen Kliniken muss deutlich gestärkt werden“, forderte er daher den G-BA auf. © hil/aerzteblatt.de

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