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Vermischtes

Umsatz der deutschen Medizintechnik­branche erstmals über 30 Milliarden Euro

Dienstag, 4. Juni 2019

/tong2530, stockadobecom

Berlin – Die deutschen Medizintechnikunternehmen haben ihren Umsatz im vergange­nen Jahr um 3,3 Prozent steigern können und insgesamt 30,28 Milliarden Euro erwirt­schaftet. Das berichtet der Industrieverband Spectaris. Auch die Zahl der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigen ist danach gestiegen – um 3,2 Prozent auf 1.352 – ebenso wie die Zahl der Beschäftigten in der Branche insgesamt (plus 3,9 Prozent auf 143.200).

Bei einer Exportquote von rund 65 Prozent ist das Auslandsgeschäft dem Verband zu­folge von zentraler Bedeutung für die Hersteller. Die Wirtschaftspolitik der USA und die Brexitverhandlungen seien hier deutliche Hemmnisse.

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Während die Nachfrage aus der Volksrepublik China 2018 unverändert hoch war (plus 12,3 Prozent), bewegten sich die Zuwachsraten für Ausfuhren in die USA (plus 3,9 Prozent) und nach Frankreich (plus 3,5 Prozent) auf einem niedrigeren Niveau. Die Exporte nach Großbritannien stagnierten (minus 0,4 Prozent), bei der Türkei zeigte sich sogar ein deutlicher Rückgang (minus 12,7 Prozent).  

Für das laufende Jahr 2019 rechnet Spectaris mit einer Umsatzsteigerung von zwei bis drei Prozent. Dabei seien zwei gegensätzliche Tendenzen bedeutungsvoll. Zu­nächst seien dies die Auswirkungen der neuen europäischen Medizinprodukteverord­nung (MDR).

„Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass das Umsatzwachstum auf dem europäischen und heimischen Markt durch die MDR an Dynamik verlieren wird“, er­klärt der Vorsitzende des Spectaris-Fachverbandes Medizintechnik, Martin Leonhard. Noch immer seien viele Fragen zur praktischen Umsetzung offen und die Probleme der Unternehmen angesichts der steigenden Bürokratie nicht gelöst, kritisierte er. 

Ein Gegengewicht zu dieser Entwicklung könnte die Digitalisierung werden, die Grund­lagen für neue Geschäftsmodelle biete. Laut einer Studie der Unternehmens­beratung Roland Berger und Spectaris werden die Medizintechnikunternehmen im Jahr 2028 alleine mit digitalen Produkten und Dienstleistungen einen Umsatz von 15 Milliarden Euro erzielen, aktuell sind es noch 3,3 Milliarden Euro.

„Das entspricht einem jährlichen Umsatzplus von 16 Prozent in diesem Segment“, sagte der Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer. © hil/aerzteblatt.de

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