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Medizin

Betablocker schützen vor stressinduziertem Vorhofflimmern

Mittwoch, 5. Juni 2019

/diego cervo, stockadobecom

New Haven/Connecticut – Negative Emotionen wie Traurigkeit, Wut, Angst, Stress oder Ungeduld können bei anfälligen Menschen ein Vorhofflimmern auslösen. Patienten, die aus anderen Gründen mit einem Betablocker behandelt wurden, sind nach einer neuen Studie in HeartRhythm (2019; doi: 10.1016/j.hrthm.2019.03.004) deutlich weniger gefährdet.

Eine Stresssituation führt zu einer vermehrten Aktivität im sympathischen Nervensystem. Herzfrequenz und Blutdruck steigen kurzfristig an. Bei anfälligen Patienten kann dies eine Episode eines Vorhofflimmerns auslösen. Dies zeigt eine Untersuchung, die ein Team um Rachel Lampert vor einiger Zeit an Patienten durchgeführt hat, die wegen eines Vorhofflimmerns an 2 Kliniken der Yale Universität in New Haven/Connecticut behandelt wurden.

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Die Patienten hatten über 2 Jahre ein elektronisches Tagebuch geführt. Dort hatten sie immer dann, wenn sie ein Herzrasen bemerkten, ihre Emotionen vor der Attacke notiert. Einmal im Monat war bei den Patienten ein 24-Stunden-EKG durchgeführt worden. Während dieser Tage hatten sie tagsüber alle 30 Minuten ihre aktuellen Gefühle notiert.

In einer früheren Publikation hatte Lampert bereits berichtet, dass negative Emotionen häufig mit einer Episode des Vorhofflimmerns korrelierten. Am stärksten war der Einfluss von Traurigkeit (Odds Ratio 5,59), gefolgt von Wut (Odds Ratio 4,46), Angst (Odds Ratio 4,41), Stress (Odds Ratio 3,07) und Ungeduld (Odds Ratio 3,07). Fröhlichkeit war dagegen mit einem um 88 % verminderten Risiko auf eine Episode assoziiert (Odds Ratio 0,12).

Jetzt hat Lampert den Einfluss von Betablockern untersucht, die bekanntlich die Wirkung des „Stresshormons“ Adrenalin auf das Herz unterbinden. Herzfrequenz und Blutdruck steigen unter Stress weniger stark an. Während Stress und Wut nach der neuen Analyse das Risiko auf eine Episode des Vorhofflimmerns deutlich erhöhten (Odds Ratio 22,5), war die Auswirkung bei den Patienten, die Betablocker einnahmen, mit einer Odds Ratio von 4,0 deutlich geringer. © rme/aerzteblatt.de

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