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Acht Punkte für eine bessere Stillkultur

Mittwoch, 5. Juni 2019

/cicisbeo, stock.adobe.com

Bonn – Acht Empfehlungen dazu, wie Deutschland stillfreundlicher werden könnte, haben Wissenschaftler in dem internationale Forschungsvorhaben „Becoming Breast­feeding Friendly“ formuliert. Sie wurde gestern auf der Fachkonferenz „Wie stillfreund­lich ist Deutschland?“ in Berlin vorgestellt.

Die Wissenschaftler empfehlen zunächst, eine nationale Strategie zur Stillförderung sowie eine Kommunikationsstrategie für die Stillförderung in Deutschland zu entwi­ckeln. Wichtig sei zudem, Lehrinhalte zum Thema Stillen in der Ausbildung von Ärzten und entsprechenden Gesundheitsfachberufen zu vereinheitlichen und Fortbildungen dazu sicherzustellen.

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Die Forscher empfehlen außerdem durch Vernetzung aller Akteure vor Ort einen niedrigschwelligen Zugang zu evidenzbasierter Stillberatung und -unterstützung zu ermöglichen und die Vereinbarkeit von Stillen und Beruf, Studium sowie Ausbildung gezielt zu fördern. Nötig seien außerdem mehr Informationen dazu, wie Hersteller Muttermilchersatzprodukte vermarkten. Die Experten empfehlen zudem, in Deutsch­land ein systematisches Stillmonitoring zu etablieren.

Das Forschungsvorhaben wurde auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk „Gesund ins Leben“ und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt.

Für die Studie recherchierten Experten aus Politik, Praxis, Wissenschaft und Medien Informationen zu wichtigen Handlungsfeldern der Stillförderung und analysierte die Daten systematisch auf der Grundlage von 54 internationalen Bewertungskriterien. 

„Stillförderung ist ein wichtiges nationales Anliegen, das mit Blick auf ganz Deutsch­land gestaltet werden muss“, sagte Hermann Onko Aeikens, Staatsekretär des Bun­desministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Das Bundesernährungs­ministe­rium werde deshalb eine zentrale Koordinierungsstelle für die Entwicklung und Um­setzung einer nationalen Strategie zur Stillförderung ein­richten, kündigte er an. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #691483
Anna L.
am Sonntag, 9. Juni 2019, 14:44

Mutterschutzgesetz

Liebe Christin Tennstedt.

Ich kenne die Problematik gut. Habe selbst als Assistentin und stillende Mama in einer Klinik gearbeitet.
Wichtig ist es, zu wissen, dass Sie das Mutterschutzgesetz auch als Stillende schützt. Nach 12 Monaten haben Sie zwar kein Anrecht mehr auf Stillpausen während der Arbeitszeit, müssen aber weiterhin keine Dienste machen. Das heißt ihr Arbeitgeber darf Sie weder zu 24h Diensten, noch zu Hintergrunddiensten heranziehen. Auch Überstunden werden durch das Gesetz eingeschränkt.

Meiner Erfahrung nach ist es häufig in den Kliniken nicht bekannt, dass diese Regeln nicht nur für Schwangere, sondern auch für Stillende gelten. In meinem Fall war es ebenfalls einiger Kampf notwendig, um meine Rechte durchzusetzen. Es hat sich aber gelohnt, da es hier schließlich auch um die Zeit mit meinem Kind ging.
Avatar #730940
christin-tennstedt
am Mittwoch, 5. Juni 2019, 21:53

Es ist traurig....

Ich bin eine 30 jährige junge Mama und Ärztin. Nach 12 Monaten war die Elternzeit vorbei und das hieß wieder in den Job einzusteigen. Da mein kleiner Satz nun in die Kita musste und dass von halb sieben bis meistens nach 16 Uhr trotz reduzierter Stelle, wollte ich das Stillen noch nicht aufgeben. Nun muss man als Ärztin 24h - Dienste berichten und dass ist schon eine Herrazsforderung, aber wir schafften diese Hürde. Nun ist bei uns der Personalmangel so groß, dass ich als Weiterbildungsassitentin im ersten Jahr auch Hintergrunddienste machen muss ( komischerweise niemand meiner Kolleginnen die Fachärzte sind...) süß ich zu weit weg wohne und 25 min zur Arbeit benötige muss ich in der Klinik bleiben. Das heißt von 7: 30 bis zum nächsten Tag 16:00 leider ist das als Stillende nicht machbar. Sehr schade ist, dass ich angeboten habe diese Dienste Freitags die Samstags zu verrichten aber auch das ist nicht möglich.... so viel Rücksicht wird genommen
Und nun ratet mal welche Fachgebiet: Gynäkologie und Geburtshilfe.... wirklich traurig
LNS

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