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Regelmäßige Arbeitspausen laut Berufsgenossenschaft unverzichtbar

Dienstag, 11. Juni 2019

/sebra, stockadobecom

Köln – Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) warnt davor, wegen zu vieler Aufgaben auf regelmäßige Erholungspausen im Arbeits­alltag zu verzichten. „Dauerbelastung macht müde, die Arbeitsergebnisse werden schlechter und es passieren mehr Fehler“, sagte Sabine Gregersen, Psychologin bei der BGW. Wer die Pause auslasse, arbeite zwar länger, aber deutlich weniger effektiv. Zugleich steige die Gefahr von Unfällen.

Die BGW weist in diesem Zusammenhang auf die gesetzlichen Regelungen hin: Da­nach muss mindestens 30 Minuten Pause machen, wer länger als sechs Stunden ar­beitet. Bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit sind mindestens 45 Minuten vorge­schrieben. Für Jugendliche gelten abweichende Regelungen.

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Allerdings komme es auch auf die richtige Gestaltung der Pause an. Am Arbeitsplatz zu bleiben oder abgehetzt Besorgungen zu machen, bringe keine Entspannung. Er­holsam seien Pausen, die eine echte Auszeit darstellten. „Wer die Pause zum Essen nutzt, sollte sich dabei genügend Ruhe gönnen“, rät Gregersen. Eine gemeinsame Zeit mit Kollegen stärke das soziale Miteinander, sollte aber laut der Arbeitszeit­exper­tin nicht dazu verleiten, zu viel über Berufliches zu reden.

Auch Kurzpausen von wenigen Minuten steigern laut BGW die Leistungsfähigkeit. Auch hier komme es aber auf die Abwechslung von der ausgeübten Tätigkeit an.

Wenn Beschäftigte durcharbeiten, kann das Gre­ger­sen zufolge auch an einem vermeintlich schlechten Image von Pausen liegen.

„Führungskräften kommt bei diesem Thema eine Vorbildfunktion zu: Wer selbst keine Pausen macht, vermittelt den Eindruck, das von den Mitarbeitern ebenso zu erwarten“, erläutert sie und rät: „Innerhalb des Teams sollte kein stiller Wettbewerb um die längste Arbeitszeit vorherrschen.“

Der 122. Deutsche Ärztetag in Münster ist dafür eingetreten, dass Ärzte vermehrt auf die eigene Gesundheit und die der Kollegen zu achten und gemeinsam für gesundheits­förderliche Arbeitsbe­dingungen in den Kran­kenhäusern und Arztpraxen eintreten.

An die Arbeitgeber im Gesundheits­wesen appellierten die Ärztetagsdelegierten, deutlich stärker als bisher für gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen zu sorgen.   

Die BGW ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für über 8,5 Millionen Versicherte in mehr als 645.000 Unternehmen zuständig. © hil/aerzteblatt.de

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