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Medizin

Mammakarzinom: Ribociclib verbessert Ergebnisse der endokrinen Therapie bei prämenopausalen Patientinnen

Mittwoch, 5. Juni 2019

/karelnoppe, stock.adobe.com

Houston – Die zusätzliche Behandlung mit dem CDK4/6-Inhibitor Ribociclib kann die Überlebenszeiten von prämenopausalen Frauen mit einem fortgeschrittenem hormonrezeptorpositivem und HER2-negativem Mammakarzinom verlängern, die eine endokrine Therapie erhalten. Dies kam in einer randomisierten kontrollierten Studie heraus, deren Ergebnisse jetzt auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2019; doi: 10.1056/NEJMoa1903765) publiziert wurden.

Obwohl die Krebszellen bei einem früh auftretenden Mammakarzinom aggressiver sind, erhalten prämenopausale Patientinnen die gleiche Behandlung wie postmenopausale Patientinnen. Bei hormonrezeptorpositiven/HER2-negativen Tumoren ist im fortgeschrittenem Stadium eine endokrine Therapie mit Tamoxifen oder einem Aromatase-Inhibitor Grundpfeiler der Behandlung. Das Ziel ist, eine Stimulation des Krebswachstums durch die körpereigenen Östrogene zu verhindern. Prämenopausale Frauen werden zusätzlich mit dem GnRH-Analogon Goserelin behandelt, das die Hormonproduktion in den Ovarien stoppt.

Die endokrine Therapie kann den Tumor im fortgeschrittenen Stadium nicht heilen, das Wachstum der Metastasen lässt sich jedoch verzögern. Seit einigen Jahren wird untersucht, ob eine zusätzliche Therapie mit CDK4/6-Inhibitoren die Ergebnisse verbessern kann. Die Wirkstoffe hemmen die Cyclin-abhängigen Kinasen (CDK) 4 und 6 und verhindern dadurch den Übergang von der Phase G1 zur Phase S im Zellzyklus. Die Zellteilung und damit ein weiteres Wachstum des Tumors werden verhindert.

Zwei CDK-Inhibitoren wurden bereits erfolgreich bei Patientinnen mit fortgeschrittenem hormonrezeptorpositivem/HER2-negativem Mammakarzinom in klinischen Studien untersucht: Palbociclib hat in der PALOMA-3-Studie mit prä- und postmenopausalen Frauen das mediane progressionsfreie Überleben von 4,6 auf 9,5 Monate verlängert (Lancet Oncology 2016; 17: 425-39). Ribociclib erzielte in der MONALEESA-3-Studie bei postmenopausalen Frauen eine Verlängerung von 12,8 auf 20,5 Monate (J Clin Oncol 2018; 36: 2465-72).

In der MONALEESA-7-Studie wurde die Wirkung von Ribociclib bei Frauen unter 59 Jahren untersucht, die vor der Menopause an Brustkrebs erkrankt waren und die zuvor keine endokrine Therapie erhalten hatten.

An der Studie nahmen an 202 Zentren in 30 Ländern (mit deutscher Beteiligung) 672 Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom teil, bei denen aufgrund eines positiven Hormonrezeptor-Status eine endokrine Therapie angezeigt war, die aber wegen fehlender HER2-Bindungsstellen nicht für eine gezielte Therapie mit Trastuzumab infrage kamen.

Alle Patientinnen wurden zu Beginn einer endokrinen Therapie mit Tamoxifen oder einem Aromatase-Inhibitor (plus Goserelin) auf eine zusätzliche Behandlung mit Ribociclib oder Placebo randomisiert.

Primärer Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben. Die Ergebnisse hierzu wurden bereits im letzten Jahr in Lancet Oncology (2018; 19: 904-915) vorgestellt. Ribociclib verlängerte das progressionsfreie Überleben signifikant von 13,0 auf 23,8 Monate. Dies hatte die Zulassung von Ribociclib in dieser Indikation in den USA und Europa zur Folge (Palbociclib ist ebenfalls in den USA und Europa zugelassen).

Inzwischen sind median 34,6 Monate seit Beginn der Behandlung vergangen: Von den 335 Teilnehmerinnen in der dieser Gruppe sind bisher 83 (24,8 %) gestorben. In der Placebogruppe sind 109 von 337 Teilnehmerinnen (32,3 %) gestorben.

Das Team um Debu Tripathy vom MD Anderson Center in Houston gibt die Überlebens­rate nach 42 Monaten mit 70,2 Prozent für die Ribociclibgruppe und mit 46,0 % für die Placebogruppe an. Die Hazard Ratio von 0,71 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,54 bis 0,95 statistisch signifikant.

Der Überlebensvorteil bestand auch in der Untergruppe der Patientinnen mit einem Aromatase-Inhibitor (statt mit Tamoxifen) behandelt wurden. Die Hazard Ratio betrug hier 0,70 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,50 bis 0,98). Dies ist von Bedeutung, da Ribociclib nicht für die Kombination mit Tamoxifen zugelassen ist.

Die mediane Behandlungsdauer mit Ribociclib betrug ungefähr 2 Jahre und war damit 8 Monate länger als in der primären Analyse zum progressionsfreien Überleben. In dieser Zeit sind laut Tripathy keine neuen toxischen Wirkung aufgetreten.

Die häufigste Komplikation der Ribociclibbehandlung war eine Neutropenie, die bei 63,5 % der Patientinnen in der Ribociclibgruppe gegenüber 4,5 % in der Placebogruppe auftrat. Nebenwirkungen im Bereich von Leber und Gallengängen traten bei 11 % gegenüber 6,8 % der Patientinnen auf, ein verlängertes QT-Intervall wurde bei 1,8 gegenüber 1,2 % der Patientinnen gefunden. © rme/aerzteblatt.de

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