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Ausland

Weniger neue Ansteckungen mit Ebola im Kongo

Donnerstag, 6. Juni 2019

Michael Ryan, Exekutivdirektor des WHO-Nothilfeprogramms /dpa

Genf – Knapp ein Jahr nach dem Beginn des neuen Ausbruchs der Ebolaepidemie im Kongo ist die Zahl der neuen Ansteckungen pro Woche zurückgegangen. Im April sei­en im Durchschnitt 126 Fälle pro Woche registriert worden, in den vergangenen zwei Wochen seien es im Mittel noch 88 gewesen, sagte Michael Ryan, Nothilfe­direktor der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), heute in Genf.

Bis gestern waren nach Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums im Kongo 2.025 Ebo­la­fälle bekannt und mehr als 1.350 Menschen gestorben. Helfer hätten die relative Ruhe der vergangenen Wochen in der konfliktreichen Unruheregion im Osten des Landes nutzen können, um mehr Vertrauen mit der Bevölkerung aufzubauen. Dadurch gelinge es besser, die Menschen über die Gefahren und Symptome aufzuklären.

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Zudem sei es leichter, mit Menschen, die mit Kranken oder deren Freunden und Ange­hörigen in Berührung waren, in Kontakt zu bleiben, um sie bei geringsten Anzeichen einer Ansteckung behandeln zu können, sagte Ryan. Es würden zurzeit 15.000 Kon­takte täglich verfolgt. Die Gefahr einer Ansteckung sei erst nach 21 Tagen gebannt.

Es sei aber weiter höchste Wachsamkeit geboten. „Dieses Virus wird jede Chance, die es bekommt, ausnutzen, um die Infektionen zu erhöhen“, sagte Ryan. Die Krankheit sei immer noch sehr präsent, und der Ausbruch könne jeden Moment wieder aufflam­men. Nach seinen Angaben werden nur 75 Prozent der Ebolakranken rechtzeitig ent­deckt und kommen in Behandlung. Die Zahl müsse deutlich erhöht werden. Der jüngs­te Kostenplan, der im Februar 148 Millionen Dollar für sechs Monate Einsatz veran­schlag­te, sei nur zu einem Drittel gedeckt worden.

Wegen der anhaltenden Gewalt in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri ist es schwierig, den bislang zweitschwersten bekannten Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers unter Kontrolle zu bringen. Bewaffnete Gruppen streuen in der Region teils falsche Gerüch­te über die Ebola-Helfer. Die Menschen, darunter viele Vertriebene, sind traumatisiert. Immer wieder werden Helfer angegriffen.

Bei der folgenschwersten Ebolaepidemie waren 2014/2015 mehr als 11.000 Men­schen in Westafrika ums Leben gekommen. Seitdem wurde ein experimenteller Impf­stoff entwickelt. Er sei äußerst effektiv, sagte Ryan. Mehr als 130.000 Menschen wur­den bereits geimpft. „Ohne den Impfstoff hätten wir es mit deutlich mehr Fällen zu tun“, sagte er. © dpa/aerzteblatt.de

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