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Ausland

Zahl der Masernfälle in den USA weiter gestiegen

Donnerstag, 6. Juni 2019

/dpa

Washington – In den USA ist die Zahl der diesjährigen Masernfälle mittlerweile vier­stellig. Seit Jahresanfang seien 1.001 Maserninfektionen registriert worden, teil­ten die Gesundheitsbehörden gestern mit. Die Zahl sei eine beunruhigende Erinnerung“ da­ran, wie wichtig es sei zu vermitteln, dass Impfungen gegen die Krankheit sicher sei­en.

„Wir können das nicht oft genug sagen: Impfungen sind eine sichere und höchst wirksame Gesundheitsmaßnahme, die diese Krankheit verhindern und den derzeitigen Ausbruch beenden kann, erklärte Alex Azar von der US-Gesundheitsbehörde HHS.

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Die Masern gelten in den USA seit 2000 offiziell als ausgerottet. Trotzdem wurden in dem Land seitdem jedes Jahr Dutzende oder gar Hunderte Masernfälle gezählt. Die bisherige Höchstzahl wurde 1992 mit 963 Fällen erreicht. Diese Zahl wurde nun innerhalb eines halben Jahres übertroffen.

Die Zahl der Masernfälle ist weltweit drastisch gestiegen. Nach Angaben der Welt­gesundheitsorganisation WHO vervierfachte sie sich im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Dass die hoch ansteckende Erkrankung sich in jüngster Zeit wieder verbreitet, liegt insbesondere an der wachsenden Impfskepsis. Unter anderem in Deutschland wird deswegen über eine Impfpflicht diskutiert. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 12. Juni 2019, 22:23

Gesundheitliche Entwicklung in den USA

In diesem Zusammenhang recht interessante Zusammenschau. Die Amis werden immer kränker...:

https://www.bcbs.com/the-health-of-america/reports/the-health-of-millennials

Kleines Späßchen: NOCH MEHR IMPFEN - VIELLEICHT HILFTS...
Avatar #103488
KuhnJ
am Mittwoch, 12. Juni 2019, 22:13

Dauer des Nestschutzes

@ Pro Natur:

Könnten Sie gute Studien für Ihre Behauptung nennen, dass der Nestschutz bei durchgemachten Masern "für mind. das erste gefährliche Jahr" reicht? So weit ich sehe, ist der Studienlage nach von einem kürzeren Zeitraum auszugehen, eher um die 8 Monate, bei einem Teil der Kinder nur von 6 Monaten.

Der Nestschutz bei Kindern geimpfter Mütter hält zwar weniger lange an, aber Kinder im ersten Lebensjahr sind so oder so gefährdet, profitieren also von einer frühen Impfung.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Freitag, 7. Juni 2019, 18:40

Ungeimpft -- aber immun

Etwa die hälfte der Deutschen sind gegen Masern immun, weil sie die Masern in der Kindheit bekamen. Die Mütter unter ihnen gebaren Kinder, die einen Nestschutz ausreichend für mind. das erste gefährliche Jahr hatten -- alles ohne Impfung. Um diese Immunität zu erreichen, mussten alle einmal die Masern bekommen. Das heißt, dass die Masernfälle gleich die Zahl der Kinder in einem gewissen Alter von-bis war. Nicht alle sind auf einmal an Masern erkrankt sondern nach und nach, hier und da, etwa so wie jetzt. Das war kein Drama; es war nunmal so. Seitdem es die Masernimpfung gibt, hat sich eine riesige Industrie etabliert und etliche Menschen leben davon. Um diese Fehlentwicklung "Masernimpfung" rückgängig zu machen, bräuchten wir 30 - 40 Jahre und eine Übergangslösung für die Zeit.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Freitag, 7. Juni 2019, 18:21

Man kann das so oder so deuten

Hier möchte man den Ungeimpften die Schuld geben, dass es immer mehr Masernerkrankungen gibt. Die andere Erklärung wäre, dass die Masernimpfungen eben nicht ausreichen, um die Masern auszurotten. Guter Versuch, immer mehr Impfungen zu verkaufen. Die Amerikaner werden impfkritisch und impfmüde. Deshalb werden die Impf-Bemühungen weltweit verschärft. Vielleicht soll die Impfpflicht in Deutschland die Verlüste ausgleichen. Das letzte Wort wurde noch nicht gesprochen.
Avatar #771555
Rosenkohl
am Donnerstag, 6. Juni 2019, 19:20

Zahlen in USA und D Immer noch historisch gering; "Skeptiker" haben nicht immer schuld

Die Zahl von 963 Fällen wurde noch im Jahr 1994 gemeldet, nicht 1992, https://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/00040890.htm.

"In den USA ist die Zahl der diesjährigen Masernfälle mittlerweile vier­stellig" - daran, daß eine Zahl im Dezimalsystem vier Stellen hat ist nichts magisches oder dramatisches. Unter allen Zahlen die vierstellig sind ist 1001 die zweitkleinste. Da Masern in nördlichen Industrieländern meistens in der ersten Jahreshälfte auftreten werden bis zum Jahresende auch nicht mehr viele Fälle dazukommen.

Noch 2014 gab es in den USA mit 667 Erkrankungen einen Ausbruch ähnlicher Größenordnung. Im Jahr 1992 war die Zahl von 2200 in den USA gemeldeten Erkrankungen ein Tiefstand, zuvor nur 1982 mit 1714 und 1983 mit 1497 Fällen untertroffen https://www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/00020688.htm.

"Vervierfacht" hat sich im ersten Quartal die unvollständige Zahl der aus 170 Ländern gemeldeten vorläufigen Fälle, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102480/Zahl-der-Masernfaelle-weltweit-hat-sich-vervierfacht. Es könnten auch unbestätigte Verdachtsfälle darunter sein, oder Meldesysteme haben sich gegenüber dem Vorjahr verändert, überdies geht die WHO von einer hohen Dunkelziffer bei den Meldungen aus.

Die durchaus stattfindende Ausbreitung der Masern in armen Ländern liegt an fehlender Infrastruktur und Zugang zu Impfungen. Hängt allenfalls in Einzelfällen mit Impfskepsis zusammen, z.B. auf den Phillipinen, wo Sanofi Pasteur eine Impfung gegen Dengue-Fieber nach Todesfällen zurückgezogen hat, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101203/Philippinen-ziehen-Lizenz-fuer-Dengue-Impfung-nach-Todesfaellen-zurueck.

In Deutschland ist die Zahl der gemeldeten Masernfälle zur Zeit auf den tiefsten Stand seit 9 Jahren gesunken, wenn man den gleitenden Mittelwert über die vergangenen 2 Jahre zugrunde legt. Alle Indikatoren wie Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen, geringer Anteil ungeimpfter Erkrankter, geringe Maserninzidenz trotz einer hohen Zahl importierter Fälle, deuten auf eine im europäischen Vergleich weit überdurchschnittliche Immunisierung der Deutschen hin.

Nicht ständig den "Skeptikern" die Schuld an Infektionskrankheiten zuzuschieben wäre doch eine gute Diskussionsgrundlage, oder?
LNS

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