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Medizin

Mikroplastik: Studie berechnet Aufnahme über Nahrung und Atmung

Donnerstag, 6. Juni 2019

/brostock, stockadobecom

Victoria/Kanada – Der durchschnittliche erwachsene Amerikaner nimmt im Verlauf eines Jahres zwischen 39.000 und 52.000 Plastikpartikel mit der Nahrung auf. Die Exposition steigt auf 74.000 bis 121.000 Partikel pro Jahr, wenn die mögliche Aufnahme von Partikeln über die Atmung hinzugerechnet wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in Environmental Science & Technology (2019; doi: 10.1021/acs.est.9b01517).

Seit Beginn der Massenproduktion von Kunststoffen in den 1940er-Jahren haben sich die vielseitigen Polymere rasch auf der ganzen Welt verbreitet. Obwohl Kunststoffe das Leben in vielerlei Hinsicht erleichtern, ist ihre Entsorgung problematisch. Viele Plastikmaterialien landen in der Umwelt, wo sie langsam zerfallen. Da sie biologisch nicht abbaubar sind, reichern sie sich in der Natur an. Mikroplastik ist heute praktisch überall nachweisbar. Mit der Nahrung, aber auch über die Luft gelangt es in den menschlichen Körper.

Ein Team um Kieran Cox von der Universität in Victoria (bei Vancouver) hat jetzt versucht auszurechnen, wieviel Mikroplastik ein durchschnittlicher Erwachsener im Jahr aufnimmt. Grundlage waren die Ergebnisse aus 26 früheren Studien, die die Konzen­tration von Mikroplastik in über 3.600 Nahrungsmittelproben von Fisch, Meeresfrüchten, Zucker, Salz, Alkohol, Leitungswasser oder Wasser in Flaschen und Luft gemessen hatten. Die Belastung anderer Nahrungsmittel wie Brot, Fleisch, Milchprodukte oder Gemüse ist nicht bekannt. Insgesamt repräsentieren die untersuchten Nahrungsmittel nur etwa 15 % der von einem Durchschnittsbürger (in den USA) aufgenommenen Kalorien. Die Schätzungen von Cox müssen deshalb ungenau bleiben.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen die Aufnahme von Mikroplastik auf die Gesundheit hat, ist nicht bekannt. Die Partikel könnten im Gewebe entzündliche oder immunologische Reaktionen auslösen. Mikroplastik wurde jedoch bisher nicht im menschlichen Gewebe nachgewiesen. Im letzten Jahre haben Forscher aus Österreich, erstmals Mikroplastik in menschlichen Stuhlproben gefunden.

Wer die Aufnahme von Mikroplastik vermindern möchte, sollte nach den Ergebnissen der Studie Plastikflaschen meiden. Erwachsene, die Wasser nur aus Flaschen trinken, nehmen nach den Schätzungen von Cox zusätzliche 90.000 Mikropartikel pro Jahr zu sich. Wer nur Leitungswasser trinkt, käme auf eine Exposition on 4.000 Partikeln pro Jahr. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #754103
Biochemie
am Freitag, 7. Juni 2019, 13:06

Mikroplastik durch Luft und Ernährung im Körper?

Zitat:
"Wer die Aufnahme von Mikroplastik vermindern möchte, sollte nach den Ergebnissen der Studie Plastikflaschen meiden. Erwachsene, die Wasser nur aus Flaschen trinken, nehmen nach den Schätzungen von Cox zusätzliche 90.000 Mikropartikel pro Jahr zu sich. Wer nur Leitungswasser trinkt, käme auf eine Exposition on 4.000 Partikeln pro Jahr. "

Wie kommt das Mikroplastik in die Plastikflaschen?
1. Löst sich dieses bei einem bestimmten PH-wert aus dem Plastik schneller oder weniger schnell.
2. Wie lässt sich dieses Nachweisen?
2.1 Mikroskopie bei welcher Vergrößerung?
2.2 chemische Reaktion Färbung?
3. oder ist es über all im Wasser wie Luft durch die Biologische Zersetzung?

Wenn Punkt 3 alleine dann ist es egal welche ob Glas oder Plastikflasche.

Wen aber chemische Stoffe aus dem Plastik gelöst werden die mit Hormonen reagieren welches auch im verdacht steht.

Dann sollten wir alle Trinkflaschen auf Glas umstellen und zu dem Preis dem sich alle leisten können.

Wer sich keine Glasflaschen leisten kann was soll der Arzt sich dann denken?

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