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Medizin

Überlebensdaten bestätigen Wirksamkeit der Doppeltherapie bei schwarzem Hautkrebs

Freitag, 7. Juni 2019

Angefärbte Melanomzellen /dpa
Das normale BRAF-V600-Protein regt die Zellen im Körper zu einer normalen Zellteilung an. Ist es mutiert, führt es zu unkontrolliertem Zellwachstum, ein malignes Melanom kann entstehen. /dpa

Essen – Etwa ein Drittel der Patienten einer Phase-3-Studie mit fortgeschrittenem schwarzen Hautkrebs profitieren langfristig von einer Therapie mit Dabrafenib und Trametinib. Das zeigen Ergebnisse einer 5-jährigen Nachbeobachtung, die im New England Journal of Medicine publiziert wurden (2019; doi: 10.1056/NEJMoa1904059) und die GlaxoSmithKline und Novartis unterstützt haben.

Die progressionsfreie Überlebensrate betrug nach 4 Jahren 21 % (95-%-Konfidenz­intervall [CI]: 17 bis 24) und 19 % (95-%-CI: 15 bis 22) nach 5 Jahren. Etwa 68 % der Patienten sprachen auf die Kombinationstherapie gut an, der Tumor schrumpfte deutlich. Nach 5 Jahren waren rund ein Drittel der Patienten noch am Leben.

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Forscher des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) an der Universität Duisburg-Essen und dem Universitätsklinikum Essen hatten mit Forschern aus Australien und Frankreich die Medikamente, die seit wenigen Jahren auch in Deutschland verfügbar sind, in Kombination bei 563 Patienten mit einer BRAF-Mutation getestet. Die Melanom­erkrankung der Studienteilnehmer war entweder nicht operabel oder bereits metastasierend.

Die Therapie mit Dabrafenib (BRAF-Inhibitor) und Trametinib (MEK-Inhibitor) sei geeignet für Tumoren, die eine Mutation im Gen BRAF V600 aufweisen, schlussfolgert Dirk Schadendorf, Leiter der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen und ergänzt: „Vor 10 Jahren wären diese Patienten innerhalb eines Jahres verstorben gewesen.“

Auch das IQWiG hatte der Wirkstoffkombination im Dezember 2018 einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie („beobachtendes Abwarten“) bescheinigt.

Melanom: IQWiG bescheinigt Dabrafenib plus Trametinib beträchtlichen Zusatznutzen

Köln – Patienten mit Melanom im Stadium III mit einer BRAF-V600-Mutation, deren Tumor vollständig entfernt wurde, können von der Therapie mit Dabrafenib plus Trametinib profitieren. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bescheinigte der Wirkstoffkombinationen jetzt einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (...)

Bereits bekannt war, dass sowohl die Therapie mit dem Medikament Dabrafenib als auch mit dem Medikament Trametinib allein bei einem Teil der Hautkrebspatienten gute Erfolge zeigt. Allerdings entwickeln sich häufig sehr schnell Resistenzen gegen die einzelnen Wirkstoffe. „Das scheint in der Doppeltherapie besser zu sein“, so der Wissenschaftler am DKTK, Schadendorf.

3-fach-Kombination mit Checkpoint-Inhibitor verbessert Überleben

Fast zeitgleich publizierten Forscher der University of California (UCLA) eine Phase-2-Studie in Nature Medicine, in der sie eine Kombination aus 3 Wirkstoffen bei 120 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom untersucht haben (2019; doi: 10.1038/s41591-019-0448-9): Dabrafenib, Trametinib und der Immun-Checkpoint-Inhibitor, Pembrolizumab.

Diejenigen, die die 3-fach-Kombination erhielten, hatten ein progressionsfreies Überleben für durchschnittlich 16 Monate. Wurden Trametinib und Dabrafenib mit einem Plazebo kombiniert, überlebten die Patienten durchschnittlich 10,3 Monate, ohne dass die Krankheit fortschritt (Hazard Ratio: 0,66; p = 0,043).

Da für die Tripletherapie bis auf Weiteres keine Überlebensdaten vorlägen, könnten die Daten jedoch nicht belegen, dass diese einer Therapie nur mit Dabrafenib und Trametinib oder einer Checkpointtherapie überlegen sei, sagt Schadendorf. Man könne aber schon Ende 2019 weitere Daten erwarten. Denn aktuell seien 2 klinische Studien zur Zulassung von Tripletherapien im Vergleich zu einer 2-fach-Kombination (BRAF-Inhibitor plus MEK-Inhibitor) in der Rekruitierung abgeschlossen. © gie/aerzteblatt.de

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