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Politik

Krankenkassen sollen sich an Finanzierung von Schulgeld beteiligen

Donnerstag, 6. Juni 2019

/dpa

Leipzig – Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder wollen sich dafür einsetzen, dass bis Ende des Jahres 2019 kein Schulgeld für die Ausbildung von medizinischen oder therapeutischen Berufen mehr verlangt wird. Bei der Finanzierung der Ausbildung sollen künftig auch die Krankenkassen einbezogen werden.

In einem Beschluss der GMK wird das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) aufge­fordert, „bis Ende des Jahres 2019 eine bundeseinheitliche Regelung zur Schulgeld­freiheit für alle nichtakademischen Gesundheitsfachberufe vorzulegen.“ Viele Länder hätten bereits die Schulgeldfreiheit in den Pflegeberufen umgesetzt, nun müssten die Ausbildungen in der Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie folgen.

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„Finanzielle Hürden, die den Zugang zu Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen erschweren, gehören abgeschafft“, erklärte die sächsische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara Klepsch (CDU) auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die diesjährige GMK. Klepsch, die Vorsitzende der diesjährigen Konferenz war, kündigte auch an, dass die organisatorische Ausgestaltung der Ausbildungen insgesamt auf den Prüf­stand müsste.

Für den Ge­sund­heits­mi­nis­ter aus Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (CDU) sieht mit diesem Beschluss „eine große Ungerechtigkeit beendet: Bei Ärzten und Apo­thekern bezahlt der Staat das Studium. In den Gesundheitsfachberufen müssen die Menschen ihre Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen.“ Die Länder seien sich einig, dass es jetzt zu einer vollständigen, bundesweiten Schulgeldfreiheit kommen müsse.

Viele Länder engagierten sich bereits finanziell mit eigenen Landesprogrammen, er­klärte die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). „Unser Engagement im Land entlässt die Bundesregierung aber nicht aus der Verpflichtung, für eine bundeseinheitliche Finanzierung der Schulgeldfreiheit unter Einbeziehung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung zu sorgen“, so Prüfer-Storcks, die bei der Presse­konferenz die SPD-geführten Länderministerien vertrat.

Dass die Krankenkassen in die Finanzierung mit einbezogen werden, sei bereits bei den Berufen und Ausbildungs­einrichtungen, die an Krankenhäusern angegliedert seien. „Das muss nun auch für die privaten Schulen gelten“, sagte die Hamburger Senatorin.

Auch Laumann geht von einem „Finanzierungsmix“ aus, da die Länder die Ausbil­dungs­kosten nicht alleine tragen können. „Für sein Bundesland berechnet er etwa 20 Millionen Euro Kosten, wenn das Schulgeld künftig nicht mehr von den Auszubilden­den getragen wird. Auf Hamburg kommen vier Millionen Euro, Sachsen geht von fünf Millionen Euro aus. „Und dabei bekommen die jungen Menschen noch nicht einmal eine Ausbildungsvergütung“, sagte Laumann. Auch die müsse kommen, so die Län­der­minister in Leipzig. © bee/aerzteblatt.de

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