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Fertigsalate und Sprossen weiterhin mit potenziell krankheits­auslösenden Keimen belastet

Freitag, 7. Juni 2019

/dpa

Karlsruhe – Fertig geschnittene Blattsalate und Sprossen aus dem Supermarkt sind zum Teil mit problematischen Keimen belastet. Das zeigen die heute veröffentlichten Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojektes des Max-Rubner-Institutes (MRI) in Karlsruhe. Sie bestätigen damit – erneut – eine ganze Reihe anderer Studien, die bereits in der Vergangenheit zeigten, dass der praktische Tütensalat selten hygienisch einwandfrei ist.

Insgesamt sechs Prozent der verzehrfertigen Mischsalate waren mit humanpathoge­nen Bakterien wie Listerien, Salmonellen oder Escherichia coli belastet. Insgesamt stuften die MRI-forscher die mikrobiologische Qualität der Fertigsalate als „ungenü­gend" ein.

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Von den untersuchten Proben überstiegen 40 Prozent den von der Deutschen Ge­sell­schaft für Hygiene und Mikrobiologie empfohlenen Richtwert für die Gesamt­keimzahl, 16 Prozent den Richtwert für präsumtive Bacillus cereus und 76 Prozent den Richtwert für Hefen. Teilweise wurden auch Warnwerte überschritten – bei neun Prozent der Pro­ben für präsumtive Bacillus cereus und bei 22 Prozent der Proben für Schimmelpil­ze.

Und auch bei den untersuchten Sprossen erwies sich die Gesamtkeimzahl als sehr hoch, vereinzelt wurden humanpathogene Bakterien nachgewiesen werden. Insge­samt 29 Prozent der Sprossenproben überschritten den Richtwert für die Belastung mit präsumtivem B. cereus, weitere elf Prozent überschritten den Warnwert.

Aufgrund der Überschreitung der Warnwerte für präsumtive Bacillus cereus in einigen verzehrfertigen Mischsalaten und Sprossen sei eine Gesundheitsgefährdung von Ver­brauchern nicht auszuschließen, schlussfolgern die MRI-Experten. Erschwerend komme hinzu, dass Verbraucher die geschnittenen Salate direkt verzehren, ohne diese vorher zu waschen.

Auch die Lagerung der Salate und Sprossen spielt offenbar eine große Rolle für die Keimbelastung: Würden die verpackten Produkte bei zu hohen Temperaturen oder zu lange gelagert, begünstige dies die Vermehrung und Besiedlung mit humanpathoge­nen Bakterien, so das MRI.

Dass vorgeschnittene Blattsalate und Sprossen Krankheitserreger enthalten können, hatten auch in der Vergangenheit bereits Studien gezeigt. Die Situation hat sich seit­her offenbar nicht gebessert.

Bei anderen frischen pflanzlichen Produkten gibt das MRI dagegen weitgehend Ent­warnung: Im Gegensatz zu den fertig geschnittenen Blattsalaten und Sprossen erwies sich die mikrobiologische Qualität von Gurken, Karotten und Speisepilzen als durch­weg als gut, die der Küchenkräuter als „akzeptabel". Die mikrobiologische Qualität der Kopf-, Blatt- und Pflücksalate bewerteten die Wissenschaftler als gut bis mittel. © afp/nec/aerzteblatt.de

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Avatar #771555
Rosenkohl
am Dienstag, 30. Juli 2019, 12:47

Pilze sind keine Pflanzen

Läse Max Rubner, daß Speisepilze in der deutschen Ernährungswissenschaft immer noch als "pflanzliche Produkte" klassifiziert werden, er würde sich im Grabe herumdrehen.
Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Dienstag, 30. Juli 2019, 11:21

Zum Sprossenartikel - an den Journalisten/Lektor

... es heisst 'praesumptiv' - mit 'p' - oder man waehlt ein deutsches Wort, das leichter zu buchstabieren ist.
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