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Politik

Grüne mahnen wirksames Handeln gegen Pestizide im Grundwasser an

Freitag, 7. Juni 2019

/dpa

Augsburg – Die Grünen haben angesichts neuer Zahlen zur Pestizidbelastung des Grundwassers die Regierungskoalition scharf kritisiert. „Die Bundesregierung duldet die schleichende Vergiftung unseres Wassers“, sagte die Grünen-Abgeordnete Ekin Deligöz der Augsburger Allgemeinen mit Bezug auf einen Bericht der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft Wasser von Bund und Ländern. „Wir müssen diese Agrarpolitik auf Kosten der Umwelt sofort beenden“, fuhr sie fort.

Dem Bericht zufolge, aus dem die Zeitung zitierte, wurden bei Proben aus bundesweit rund 14.500 Grundwassermessstellen in 19 Prozent der Fälle Wirkstoffe oder wirksa­me Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln gefunden. In 3,8 Prozent der zwischen 2013 und 2016 untersuchten Proben wurden demnach die Schwellenwerte der Grund­wasser­verordnung überschritten. Rund 500 verschiedene Substanzen ließen sich in den Proben nachweisen.

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Besonders betroffen ist dem Bericht zufolge Sachsen. Dort wurden in zwei Dritteln der Proben Pestizid-Rückstände gefunden. Manche der Mittel sind nicht mehr zugelassen, Spuren finden sich aber auch noch nach Jahren im Grundwasser.

„Die Bundesregierung muss unverzüglich ein wirksames Pestizid-Reduktionspro­gramm mit konkreten Teilzielen und Maßnahmen starten, um den Pestizideinsatz bis 2025 mindestens zu halbieren“, sagte Deligöz. Es gebe „ein Grundrecht auf sauberes Wasser“, der Staat sei in der Pflicht, dass sich die Bürger darauf verlassen könnten. © afp/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #88255
doc.nemo
am Dienstag, 11. Juni 2019, 10:01

Grüne Panikmache?

Haben die Grünen den Bericht überhaupt gelesen? Bereits im ersten Kapitel, der Kurzfassung, steht:
<<Bei der Gegenüberstellung der nunmehr vorliegenden sechs Betrachtungszeiträume wird deutlich, dass sich die Gesamtsituation hin-sichtlich der Belastung des Grundwassers mit PSM-Wirkstoffen und relevanten Metaboliten über die vergangenen Jahre deutlich verbessert hat.>>
Und in den Schlussfolgerungen heißt es:
<<Auch im aktuellen Berichtszeitraum kann ein Großteil der PSM-Belastung auf Wirkstoffe zurückgeführt werden, deren Zulassungen bereits vor Jahrzehnten widerrufen wurden.>>
Es handelt sich somit zum großen Teil um "Altlasten", die man nicht gezielt aus dem Grundwasser heraus bekommt. Auch die Anzahl der belasteten Messstellen hat abgenommen (wenn auch nur geringfügig und sicher nicht relevant). Trotzdem kann von der „Duldung einer schleichenden Vergiftung des Wassers“ keine Rede sein. Ist das wieder einmal typisch grüne Panikmache?
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