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Kopfschmerzen treffen Mädchen im Schulalter häufiger als Jungen

Freitag, 7. Juni 2019

Kopfschmerzen sind bei Schülern weit verbreitet. Das besagt eine Studie, die auch die Rolle von digitalem Medienkonsum oder Sport beleuchtet. /Africa Studio stock.adobe.com

Datteln – Chronische Kopfschmerzen sind bei Schülern einer Befragung zufolge weit verbreitet und treffen Mädchen deutlich häufiger als Jungen. Die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter mehr als 2.000 Schülern im Rahmen der Chap-Studie des Deutschen Kinderschmerzzentrums an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln wurden heute vorgestellt.

In der Erhebung gaben 40 Prozent der mehr als 2.000 Befragten aus städtischen Regionen in Nordrhein-Westfalen chronische Schmerzen an. Das sind nach gängiger Definition Schmerzen, die seit mindestens drei Monaten wenigstens einmal im Monat auftreten. Rund 33 Prozent aller Schüler berichteten, mindestens einmal pro Woche Schmerzen zu haben. Am häufigsten handelte es sich um wiederkehrenden Kopf­schmerz.

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Über chronische Kopfschmerzen klagte mehr als jeder vierte Schüler (27 Prozent). Mädchen waren mit 35 Prozent häufiger betroffen als Jungen (18 Prozent). Hier könnten biologische Komponenten – etwa das Einsetzen der Menstruation – und psychologische sowie emotionale Faktoren eine Rolle spielen, sagte Studienleiterin Julia Wager. Unter allen Schülern mit chronischen Kopfschmerzen erlebten 80 Pro­zent diese mindestens einmal pro Woche. Gut jeder Dritte mit wiederkehrendem Kopfschmerz verpasst daher auch Schulunterricht.

Beim Umgang mit dem Schmerz zeigte sich: 37 Prozent der Befragten mit chroni­schen Kopfschmerzen hatten im letzten Quartal einen Arzt aufgesucht. Gut drei Viertel (76 Prozent) sagten, dass sie in den vergangenen drei Monaten Medikamente ge­nommen haben – und zwar im Durchschnitt an vier Tagen im Monat. In rund 13 Pro­zent der Fälle sogar eine Woche lang. Mädchen greifen dabei laut Studie häufiger zu Schmerzmitteln als Jungen. „Der hohe Medikamentenkonsum hat uns überrascht und ist alarmierend“, betonte Wager.

/youtube, Deutsches Kinderschmerzzentrum

Medikamente seien bei Spannungskopfschmerz bei weitem nicht das einzige Mittel. Vieles andere könne laut Wager helfen: frische Luft, Bewegung, Ablenkung. Drei Viertel der Befragten treiben mindestens zweimal oder dreimal pro Woche Sport. „Bei ihnen ist das Risiko chronischer Kopfschmerzen um 50 Prozent reduziert“, erläuterte Wager die Ergebnisse.

Medienkonsum könnte Kopfschmerzrisiko beeinflussen

Chronische Kopfschmerzen werden laut Studie durch Medienkonsum begünstigt. Jede Stunde, die Heranwachsende mit Medien wie Handy, Tablet, Laptop, Computer aber auch Fernseher verbringen, erhöhe das Kopfschmerzrisiko um sieben Prozent, berich­tete Wager. Die Studienteilnehmer nutzen diese Medien durchschnittlich rund fünf Stunden. Es gebe einen Zusammenhang, aber „keine massive Gefährdung“ durch diese Medien.

Schmerz sei multidimensional. Auch die Schlafqualität könne einen Einfluss haben. Wer sich in der Schule nicht wohlfühle oder seine schulische Leistung vergleichsweise gering einschätze, habe tendenziell ein erhöhtes Risiko.

Neben Kopfschmerzen hatten die Kinder und Jugendlichen auch häufig Muskel- und Gelenkschmerzen (20 Prozent) sowie Bauchschmerzen (18 Prozent) angegeben.

© dpa/gie/aerzteblatt.de

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