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Medizin

Sommerhitze 2018 forderte Todesfälle in Berlin und Hessen

Freitag, 7. Juni 2019

/dpa

Berlin – Im Sommer 2018, dem zweitheißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, ist es in Deutschland vor allem in den höheren Altersgruppen zu einem Anstieg von Todesfällen gekommen. Berechnungen im Epidemiologischen Bulletin (2019; 23: 193-197) gehen für Berlin von etwa 490 hitzebedingten Todesfällen aus. In Hessen könnten es 740 gewesen sein.

Im letzten Sommer gab es in Deutschland 3 Hitzephasen mit einer mittleren Temperatur (Tag und Nacht) im Verlauf der Woche von über 20 °C. Vor allem in der letzten Hitzephase, die besonders lang war und in Berlin von der 29. bis 33. Kalenderwoche dauerte, kam es zu einem Anstieg der Todesfälle.

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Eine Untersuchung von Matthias an der Heiden und Mitarbeitern vom Robert-Koch-Institut (RKI) zeigt, dass ein Großteil dieser „Exzessmortalität“ tatsächlich auf den Anstieg der Temperatur zurückzuführen war. In Berlin sind nach den Berechnungen 490 Menschen aufgrund der großen Hitze gestorben. Dies entspricht einer hitzebedingten Mortalität von etwa 13/100.000 Einwohner. In der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen lag die hitzebedingte Mortalität bei 67/100.000 Einwohner und in der Altersgruppe 85 plus sogar bei 320/100.000.

In Hessen starben vermutlich 740 Menschen an den Folgen der großen Hitze. Dies ergibt eine hitzebedingte Mortalität von 12/100.000 Einwohner. In der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen lag sie bei 53/100.000 und in der Altersgruppe 85 plus bei 260/100.000 Einwohner. Den älteren Einwohnern des Flächenstaates Hessen ist es offenbar etwas leichter gefallen, die Hitzephase zu überleben als den Bewohnern der Hauptstadt. Für andere Bundesländer haben die RKI-Mitarbeiter keine Berechnungen durchgeführt, da es dort kein zeitnahes Monitoringsystem gibt.

Bundesweite Daten für frühere Jahre hat das Team kürzlich im Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz (2019; 62: 571-579) vorgestellt. Die größten Anstiege gab es danach in Deutschland im Sommer 2003 mit 7.600 hitzebedingten Todesfällen, gefolgt vom Sommer 2006 mit 6.200 hitzebedingten Todesfällen und 2015 mit 6.100 hitzebedingten Todesfällen. © rme/aerzteblatt.de

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