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KV Westfalen-Lippe sieht AdAM bei Polypharmazie als Vordenkerprojekt

Mittwoch, 12. Juni 2019

/Tyler Olson, stockadobecom

Dortmund – Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat eine Bilanz des bisherigen Verlaufs der Innovationsfondsprojekte zu neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung gezogen, an denen sie beteiligt ist. Und die fiel in der jüngsten Sitzung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) überwiegend positiv aus.

KVWL-Vorstand Thomas Müller hob dabei besonders das Projekt zur Optimierung der Ver­sor­gung bei Polypharmazie (AdAM) mit der Barmer hervor. Es seien mittlerweile mehr als 950 Hausärzte in dieses Projekt eingeschrieben, erläuterte er.

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Nach seinem Kenntnisstand sei es damit eines der größten deutschen Projekte, bei dem so viele Hausärzte mitmachten, obwohl das Projekt nur für Versicherte einer ein­zigen Kranken­kasse sei. Rund 6.000 Barmer-Versicherte hätten sich inzwischen ein­geschrieben. AdAM könne daher als „echtes Vordenkerprojekt für die Telematikin­fra­struktur“ (TI) bezeichnet werden.

Auch medial stößt das Projekt, das mit 16,3 Millionen Euro über drei Jahre gefördert wird, nach Angaben Müllers bundesweit auf großes Interesse. Das habe dazu geführt, dass sich der Referentenentwurf des „Digitale Versorgung Gesetzes“ (DVG) erstmals damit beschäftige, wie Innovationsfondsprojekte in die Regelversor­gung kommen könnten.

Demnach hat der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) drei Monate Zeit, die Ergebnisse der Evaluation zu beraten und dann zu entschei­den, was aus dem jeweiligen Projekt wird. Darüber hinaus habe die Bundesregierung bis 2024 weitere 200 Millionen Euro jährlich für innovative Projekt zur Verfügung ge­stellt. Daran werde sich die KVWL auch weiterhin „intensiv beteiligen“, kündigte der Vorstand an.

Müller wies auch darauf hin, dass KVWL auf ihrem Mitgliederportal mit der neuen An­wendung ONDISplus die Möglichkeit geschaffen habe, Behandlungsdaten aus der Versorgung Krebskranker zu erfassen und an das nordrhein-westfälische Krebsregis­ter zu melden. Seit 2016 sind alle in der Onkologie tätigen Leistungserbringer gesetz­lich verpflichtet, diese Daten zu melden. Bisher hätten die Ärzte noch keine Möglich­keit gehabt, Daten elektronisch zu melden, betonte Müller.

Hinter der Anwendung stehe eine Da­ten­bank, in der inzwischen Daten von einer Milli­on Patienten hinterlegt seien. Bislang nutzten vor allem Krankenhäuser und onkologi­sche Schwerpunktpraxen die Anwen­dung. Die KVWL werde jetzt bei allen Vertrags­ärzten, die Krebskranke versorgen, für die Nutzung werben, erklärte Müller. © ts/aerzteblatt.de

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