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Wissen­schafts-Allianz ruft britische Regierung zu mehr Engagement gegen Klimawandel auf

Dienstag, 11. Juni 2019

/dpa

London – Das „UK Health Alliance on Climate Change“ hat die Regierung in London aufgefordert, die Emissionen von Treibhausgas noch vor dem Jahr 2050 auf Null zu senken. Zu der Allianz gehören unter anderem das Royal Collage of Physicians, das British Medical Journal und die Fachzeitschrift The Lancet.

Linda Luxon, Chair der Allianz, betont in einem Offenen Brief an die Premierministerin, das Bündnis stehe für mehr als 650.000 Ärzte und andere Fachkräfte im Gesundheits­wesen im Vereinigten Königreich. Rund 79 Prozent davon verträten die Auffassung, Großbritannien sollte seine Treibhausgase in den kommenden Jahrzehnten möglichst rasch auf Null senken. 

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Luxon schreibt in dem Brief, das Null-Emissionsziel ökonomisch machbar sei. Der Ver­zicht auf fossile Brennstoffe habe zudem große gesundheitliche Vorteile für die Bevöl­kerung, zum Beispiel, weil sich die Luftqualität verbessere. „Dies ist eine Gelegenheit für die Regierung, globaler Vorreiter beim Klimaschutz zu werden“, heißt es in dem Schreiben – weil kein anderes Land derartig ehrgeizige Emmissionsziele verfolge. 

Luxon weist in dem Brief zudem darauf hin, dass die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) den Klimawandel als die größte globale Gesundheitsbedrohung des 21. Jahr­hunderts einstufe. Es sei höchste Zeit, dass Großbritannien dies Ernst nehme und seinen Beitrag dazu leiste, die weltweiten Klimaschutzziele zu erreichen. Wichtig sei außerdem, mehr Forschungsgelder zu den Folgen von Luftverschmutzung und den Folgen der globalen Erderwärmung zur Verfügung zu stellen, so Luxon. 

Dem WHO-Bericht „Health and Climate Change“ zufolge könnten bis Mitte des Jahr­hunderts jährlich rund eine Million Menschenleben gerettet werden, wenn die interna­tionale Staatengemeinschaft die Pariser Klimaziele erreicht.

„Die wahren Kosten des Klimawandels schlagen sich in Gesundheitskosten nieder“, sagte die WHO-Direktorin für Gesundheit und Umwelt, Maria Neira, anlässlich der Vorstellung des Berichts im Dezember 2018.

Die gesundheitliche Belastung durch die Umwelt­verschmutzung sei heute so hoch, dass sich der Übergang zu sauberen und nachhaltigen Lösungen in der Energiever­sor­gung, dem Verkehr und der Ernährung von selbst rechne, betonte sie. Klimaschutz sei daher auch ökonomisch gesehen mehr Chance als Kostenfaktor, so Neira. © hil/aerzteblatt.de

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