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Medizin

Künstliche Intelligenz soll Patienten für Immuntherapie identifizieren

Mittwoch, 12. Juni 2019

Gewebeschnitte von einem mikrosatelliteninstabilen (MSI) Patienten (a) und einem mikrosatellitenstabilen (MSS) Patienten (b). /NCT Heidelberg

Aachen/Heidelberg – Einen Algorithmus, der eine Mikrosatelliteninstabilität direkt aus Bildern von Gewebeproben vorhersagen kann, haben Wissenschaftler der Uniklinik RWTH Aachen, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg entwickelt. Damit könnten Patien­ten, die von einer Immuntherapie profitieren, eventuell früher identifiziert werden. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienen (2019; doi: 10.1038/s41591-019-0462-y).

Manche Tumoren tragen Mutationen in den als „Mikrosatelliten“ bezeichneten, sich häufig wiederholenden Abschnitten des Erbguts. Diese Mikrosatelliten­instabilität ist ein charakteristisches Merkmal zur Unterscheidung von verschiedenen Krebsarten des Magen-Darm-Trakts und bestimmt, ob Patienten mit diesen Erkrankungen besonders gut auf eine Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren ansprechen. Laut den Autoren wird dies in der klinischen Routine aber nicht immer bestimmt.

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Die Arbeitsgruppe zeigte, dass ein lernfähiger computergestützter Algorithmus die Mikrosatelliteninstabilität direkt aus routinemäßig vorliegenden Bildern von Gewebe­proben diagnostizieren kann. Er kommt dabei laut den Forschern ohne zusätzliche Labortests aus.

„Unser Ansatz hat das Potenzial, jeden Patienten mit Darmkrebs automatisch und kosteneffizient auf Mikrosatelliteninstabilität zu testen und somit eine Immuntherapie einer größeren Gruppe von Darmkrebspatienten zukommen zu lassen“, erläuterte Jakob Nikolas Kather, Arzt und Wissenschaftler an der Klinik für Gastro­enterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik III) der Uniklinik RWTH Aachen und Mitarbeiter am DKFZ und NCT Heidelberg.

Das eröffne die Möglichkeit, auch Patienten zu identifizieren, bei denen sonst vielleicht nie eine Immuntherapie in Betracht gezogen würde. „Allerdings muss dieser Ansatz erst in prospektiven Studien überprüft werden“, betonte Dirk Jäger, Ärztlicher und Geschäfts­führender Direktor der Abteilung für Medizinische Onkologie am NCT in Heidelberg. © hil/aerzteblatt.de

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