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Medizin

Künstliches Licht in der Nacht könnte Adipositasrisiko erhöhen

Donnerstag, 13. Juni 2019

/realstock1, stockadobecom

Research Triangle Park/North Carolina – Frauen, die nachts künstlichen Lichtquellen ausgesetzt waren, nahmen in einer prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Internal Medicine (2019; doi: 10.1001/jamainternmed.2019.0571) häufiger an Gewicht zu.

Die „Lichtverschmutzung“ hat weltweit zugenommen. Vor allem in Großstädten finden viele Bewohner auch nachts keine dunklen Räume. Die Schlafzimmer werden dabei keineswegs nur von Straßenverkehr, Laternen oder Leuchtreklamen erhellt. Viele Menschen haben in ihren Schlafzimmern künstliche Lichtquellen. Das kann die Uhr am Radiowecker oder ein Nachtlicht sein. Einige Menschen lassen nachts die Deckenlampe an oder sogar den Fernseher laufen.

Tierexperimentelle Studien zeigen, dass nächtliches Licht die Melatoninbildung vermindert und den Tag-Nacht-Rhythmus stört. Zu den möglichen Folgen gehört eine Zunahme des Körpergewichts.

Yong-Moon Mark Park vom National Institute of Environmental Health Sciences in Research Triangle Park/North Carolina hat hierzu die Daten der Sister Study ausgewertet. Die 43.722 US-Amerikanerinnen im Alter von 35 bis 74 Jahren waren unter anderem gefragt worden, ob sie nachts Lichtquellen ausgesetzt sind. Die Antworten wurden dann mit der Gewichtsentwicklung in den folgenden 5,7 Jahren in Beziehung gesetzt.

Weniger als 20 % der Frauen gaben an, dass sie nachts im völligen Dunkeln schlafen. Bei etwa 40 %leuchtete wenigstens ein Nachtlicht, bei etwa 30 %drang von außen Licht in das Schlafzimmer, die übrigen 10 %ließen nachts Deckenlampe oder Fernsehen an.

Ein kleines Nachtlicht, etwa die Lampe am Radiowecker, hatte keinen Einfluss auf die Gewichtsentwicklung, auch für die Lichtexposition von außen ließ sich kein eindeutiges Risiko nachweisen. Doch die Helligkeit durch Deckenlampe oder Fernseher hatte zu 17 %häufiger zu einer Gewichtszunahme um mindestens 5 Kilo geführt als bei den Frauen, die nachts im Dunklen schliefen (relatives Risiko 1,17; 95-%-Konfidenzintervall 1,08-1,27). Und der BMI war zu 13 %um mindestens 10 %gestiegen (relatives Risiko 1,13; 1,02-1,26).

Das gestiegene Risiko ließ sich nicht durch Schlafmangel oder andere Faktoren erklären, zu denen die Teilnehmerinnen der Sister Study ausführlich befragt wurden. Epidemiologische Studien können jedoch niemals alle Aspekte der Lebensführung erfassen und es bleibt möglich, dass die Angewohnheit, nachts im Hellen zu schlafen, nur ein Marker für andere Gesundheitsrisiken ist. Der Mensch ist jedoch genetisch auf den natürlichen Wechsel von Helligkeit am Tag und Dunkelheit in der Nacht angepasst. Wird dieser Zyklus gestört, muss nach Ansicht von Park mit negativen Folgen für die Gesundheit gerechnet werden. © rme/aerzteblatt.de

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