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Medizin

Public-Health-Maß­nahmen könnten Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern

Mittwoch, 12. Juni 2019

/Brent Hofacker, stockadobecom

Boston – Bluthochdruck, ein zu hoher Salzkonsum und Transfette sind weltweit verbreitete Gesundheitsrisiken, deren Vermeidung nach Berechnungen in Circulation (2019; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.038160) in den nächsten 25 Jahren weltweit 94 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern könnte.

Die arterielle Hypertonie ist weltweit der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für nichtübertragbare Krankheiten und nach den Ergebnissen der Global-Burden-of-Disease-Studie im Jahr 2016 für weltweit 10 Millionen Todesfälle verantwortlich. Vor allem in den Ländern mit niedrigem Einkommen werden derzeit nur wenige Hypertoniker behandelt. Der Salzkonsum war in der globalen Studie für jährlich 2,3 Millionen Todesfälle und Transfette für etwa 500.000 jährliche Todesfälle verantwortlich.

Alle 3 Risikofaktoren lassen sich vermeiden. Den Hypertonikern von Kaiser Permanente, einem Krankenversicherer aus Kalifornien, gelang es laut einer Studie zu 90 %, ihren Blutdruck zu normalisieren. Der UK Salt Initiative ist es gelungen, den Salz­verbrauch zwischen 2003 und 2011 um 15 %zu senken, was laut einer Studie in BMJ Open (2014; 4: e004549) mit einem Rückgang des systolischen Blutdrucks um 3 mmHg verbunden war. Transfette lassen sich per Gesetz verbieten, wie in Dänemark geschehen, wo der Anteil seit 2003 bei unter 2g/100g Fett liegen muss.

Ein Team um Goodarz Danaei von der T.H. Chan School of Public Health in Boston hat anhand früherer Studien zur Prävalenz der Risikofaktoren und den Ergebnissen randomisierter Studien (zu den Transfetten beruht die Evidenz lediglich auf Kohortenstudien) die globalen Auswirkungen von drei Public-Health-Maßnahmen berechnet.

Ergebnis: Allein die Behandlung von 70 %der Hypertoniker könnte in den nächsten 25 Jahren 39,4 Millionen Todesfälle verhindern. Die Reduktion der Natriumaufnahme um 30 %würde weitere 40 Millionen Todesfälle verhindern und darüber hinaus dazu beitragen, den Bluthochdruck als Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermindern. Durch die Eliminierung von Transfetten könnten 14,8 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindert werden.

Mehr als die Hälfte aller Todesfälle und 2 Drittel der Todesfälle vor dem 70. Lebensjahr würde auf Männer entfallen, die weltweit häufiger an nichtübertragbaren Krankheiten sterben als Frauen. Der größte Rückgang der Mortalität würde in Ostasien, denPazifik­ländern und Südasien erzielt sowie in den Ländern Afrikas südlich der Sahara.

Die 3 Public-Health-Maßnahmen könnten nach Einschätzung von Danaei auch in ärmeren Ländern umgesetzt werden, da Medikamente zur Behandlung der Hypertonie heute kostengünstig angeboten werden. Beim Salzkonsum und dem Einsatz von Transfetten wäre vor allem der politische Wille wichtig. © rme/aerzteblatt.de

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