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Ausland

Britische Behörde kritisiert Oxfam für Umgang mit Missbrauch in Haiti

Mittwoch, 12. Juni 2019

London – Eine britische Aufsichtsbehörde hat die Hilfsorganisation Oxfam für ihren Umgang mit dem Missbrauchsskandal in Haiti nach dem Erdbeben von 2010 gerügt. In einem Untersuchungsbericht der Charity Commission, der gestern veröffentlicht wurde, heißt es, Oxfam in Großbritannien habe wiederholt Standards verletzt und seine Fürsorgepflichten vernachlässigt.

Hintergrund sind Berichte, wonach Oxfam-Mitarbeiter nach dem Erdbeben Sex-Orgien mit Prostituierten gefeiert hatten – einige davon sollen möglicherweise minderjährig gewesen sein. Auch zu Belästigung und Einschüchterung soll es gekommen sein durch Mitarbeiter, die den Menschen in dem Land eigentlich helfen sollten. Oxfam wusste schon 2011 über die Vorgänge Bescheid und hatte sie intern aufgearbeitet – unzureichend aber, wie nun festgestellt wurde.

Die Behörde wirft Oxfam vor, keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen zu haben, um den Missbrauch zu verhindern. Anschließend seien die Vorfälle nicht ernst genug genommen worden und teilweise verschleiert worden. Mitarbeiter, die sich schuldig gemacht hatten, seien nicht konsequent bestraft worden.

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Die Vorsitzende des Oxfam-Kuratoriums in Großbritannien, Caroline Thomson, sagte in einer Videobotschaft Oxfam akzeptiere die Ergebnisse der Untersuchung. „Was in Haiti geschehen ist, ist eine Schande, und es tut uns sehr leid“, so Thompson. Sie fügte hinzu: „Das war ein fürchterlicher Machtmissbrauch, der allem zuwiderläuft, für was wir stehen.“ Die Berichte im vergangenen Jahr hatten eine ganze Reihe von Enthüllungen über Fehlverhalten auch bei anderen Hilfsorganisationen ausgelöst. © dpa/aerzteblatt.de

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