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Politik

Patientenbrief statt Arztbrief kann Patientensicherheit erhöhen

Freitag, 14. Juni 2019

/contrastwerkstatt, stockadobecom

Berlin – Patienten, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus einen Patienten­brief erhielten, fühlen sich besser unterstützt und verstehen ihre Erkrankung und Be­handlung besser. Das zeigen die Ergebnisse der Pilotstudie „Mehr Gesundheitskom­petenz durch Patientenbriefe“, die heute im Rahmen der Veranstaltung „Mit. Sicher­heit. Gemeinsam.“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in der Hörsaalruine der Charité Berlin vorgestellt wurden.

Insbesondere in Bezug auf die Einnahme von Medikamenten gaben die Patienten signifikant häufiger an, sehr verständliche Erläuterungen über die Art der Medikamen­ten­einnahme erhalten zu haben. Dies könne sich positiv auf die Therapietreue und die Gesundheitskompetenz insgesamt auswirken, sagte Ansgar Jonietz, Geschäftsführer des gemeinnützigen Unternehmens „Was hab’ ich?“.

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Das Startup hatte die für Laien verständlichen Entlassdokumente entwickelt und deren Einsatz zwischen November 2015 und April 2018 getestet. Patienten der Abteilung Innere Medizin der Paracelsus-Klinik in Bad Ems erhielten im Rahmen der Studie zu­sätzlich zum Arztbrief einen Patientenbrief, der leicht verständliche Informationen zum Krankheitsbild, zu den durchgeführten Untersuchungen, Behandlungen und den Me­di­kationsplan enthielt.

Neben einem besseren Verständnis für die eigene Erkrankung zeigen die Ergebnisse auch, dass Patienten mit Patientenbrief sich im Krankenhaus rücksichtsvoller behan­delt fühlten und die Klinik nach Entlassung häufiger weiterempfahlen. Auch wurden die Patientenbriefe von fast allen Patienten und in vielen Fällen von Angehörigen gelesen.

Thomas Gebhardt, Parlamentarischer Staatssekretär des BMG, betonte, dass eine patientengerechte Kommunikation entscheidend sei, um die Gesundheitskompetenz und damit auch die Patientensicherheit zu erhöhen. Patientensicherheit sei Aufgabe aller, so Gebhardt. Sie könne nur durch die gemeinsame Anstrengung von Ärztinnen und Ärzten sowie Patienten gelingen. 

Perspektivisch soll das Projekt flächendeckend eingesetzt werden und allen Patienten zur Verfügung stehen. Auch die Option eines mehrsprachigen Patientenbriefes sowie eine digitale Version und die Ausweitung auf weitere Zielgruppen sind angedacht. In einem Folgeprojekt, das in den kommenden Tagen startet, wird zudem die automati­sche Erstellung von Patientenbriefen getestet.

„Was hab’ ich?“ bietet seit 2011 einen Patientenservice zur „Übersetzung“ von Arzt­briefen an. Patienten können ihre Befunde anonym auf dem Portal hochladen und er­halten kostenfrei eine leicht verständliche Version des Arztschreibens. Die Formulie­rung übernehmen Medizinstudierende höherer Semester sowie Ärzte. Seit dem Start der Webseite wurden 40.000 Befunde übersetzt. © kk/aerzteblatt.de

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Avatar #754103
Biochemie
am Samstag, 15. Juni 2019, 11:54

Patientenbrief für eine bessere Gesundheitspfelge?

Als erstes kann man dieses nur an einzelnen Biografien, Lebensgeschichten festmachen.

Ein Patientenbrief der ohne Fachbegriffe geschrieben ist hat für den einen oder anderen Vorteile. Wenn ich mich im Netz informiere und Lese Diplomarbeiten, muss ich oft Wörter Übersetzen, um den Inhalt zu verstehen und das dauert lange. So kann der ein oder andere besser informiert sein.

Doch möchte ich ergänzen, dass es wichtig ist eine ganzheitliche Sicht auf sein Leben und Erkrankung zu erarbeiten ein Leben lang.
Ich meine damit, dass Psychologie und Medizin zu trennen nützlich sein kann, für die Wirtschaftspolitik.

Doch wer sich Selber gut versteht und die biochemischen Funktionen seines Körpers.
Der kann auf sich achten und seine Lebenszeit in der Gesellschaft und Umwelt bestmöglich planen.

Es wird nicht immer gelingen denn es kann manchmal viel wissen sein, welches man benötigt.

So können wir uns nur alle wünschen, ein langes gesundes Leben und einen schnellen Tod.









Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 15. Juni 2019, 09:13

Es "könne", vielleicht kann es auch nicht - wer weiß das schon?

Hat das Ärzteblatt keine substanzielleren Meldungen zu bringen? Dass mehr Information einen Nutzen haben "kann", ist eine Binse. Die Frage ist, ob es einen Nuten HAT. Und falls ein Zusatznutzen entsteht, stellt man für gewöhnlich die Frage, was hat es gekostet, diesen Zusatznutzen zu erreichen?

Dass Studenten und Ärzte "fer umme" solche Übersetzungen von Arztbrief nach Patientenbrief erstellen, ist ja ganz nett. Auf ganz Deutschland und für alle Arztbriefe lässt sich dieses Modell jedenfalls nicht ausrollen.

Oder setzt man darauf, dass künftig alle Arztbriefe auch in der Variante Patientenbrief erstellt werden sollen? Falls ja, eine blöde Frage: Wer soll das bezahlen? Ach, ich weiß. Die Ärzte werden doch heute schon so gut bezahlt, die können das bisschen auch noch erledigen. Ist doch gar kein Mehraufwand, den Arztbrief müssen sie doch sowieso erstellen, da können sie doch gleich den Patientenbrief mitmachen.

--------

'tschuldigung, ich weiß dass Sie diese ökonomische Betrachtungsweise für völlig daneben halten. Es geht schließlich um das Patientenwohl und da darf man doch wohl erwarten, dass Arzt...

Denken Sie wirklich so? OK. Dann träumen Sie weiter.
LNS

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