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Streit um Sanierungsstau an der Universität Erlangen-Nürnberg

Mittwoch, 12. Juni 2019

/dpa

Erlangen/Nürnberg – Der Sanierungsstau an der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat sich zu einem handfesten Streit ausgeweitet. Neben Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und Universitätspräsident Joachim Hornegger hat jetzt auch die bayerische Landtags-SPD Alarm geschlagen.

Der Grund: Trotz des Versprechens von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), für die dringendsten Sanierungsmaßnahmen an Universitätsgebäuden 1,5 Milliarden Euro bereitzustellen, sei im Doppelhaushalt der Staatsregierung für die Jahre 2019/20 prak­tisch kein Geld eingeplant, klagte die Erlanger SPD-Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann. In einen Dringlichkeitsantrag fordern die Sozialdemokraten eine rasche Nachbesserung.

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Während Politiker noch über die Größe von Sanierungsbedarf und Sanierungs­stau streiten, reagieren Studenten nur noch mit Sarkasmus auf die Zustände. Auf die Fra­ge, wie sie die bauliche Situation an dem Universitätsgebäude finde, richtet sich der Blick einer 23 Jahre alten Studentin vielsagend an die Decke des Lehrer-Ausbildungs­zent­rums. „Schauen Sie nur die braunen Feuchtigkeitsflecken da oben. Ist das am Ende Schimmel? Da fühlt man sich nicht gut“.

Im Gebäude der Werkstoffwissenschaften auf dem Erlanger Südcampus wurden bei Messungen in dem rund 50 Jahren alten Gebäude überhöhte Werte des giftigen Bau­schad­­stoffs PCB festgestellt. Nach Universitätserkenntnissen steckt er in der Dich­tungsmasse der Fenster. Einer schwangeren Doktorandin, so berichten Studenten der Fakultät, sei deshalb vor einiger Zeit der Umzug in ein unbelastetes Nachbargebäude geraten worden. Studenten und Mitarbeiter wurden angewiesen, die Räume wegen PCB-Belastung regelmäßig für eine halbe Stunde zu lüften.

SPD-Politikerin Hiersemann hält deshalb eine Generalsanierung des Gebäudes für dringend notwendig. Um zu verhindern, dass ein Teil des Lehrbetriebs bald eingestellt werden muss, müsse die Staatsregierung auch für ein knappes Dutzend weiterer Sa­nierungen rasch Geld locker machen.

Auf die von Söder gemachten Zusagen pocht auch Universitätspräsident Hornegger: „Wir vertrauen selbstverständlich darauf, dass die bereits gemachten Zusagen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt konsequent und zuverlässig umgesetzt wer­den.“ Denn für die Uni sei es „elementar, unseren Wissenschaftlern sowie unseren Studie­ren­den ein attraktives und motivierendes Lehr- und Forschungsumfeld zu bieten“. Im Doppelhaushalt seien zwar die dringend erforderlichen Neubau- und Sanierungs­maß­nahmen erwähnt, aber „die nötigen Genehmigungen und Mittelzuweisungen stehen bislang zum Teil noch aus“.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) bemüht sich derweil, die Wogen zu glätten. Man habe die „infrastrukturellen Herausforderungen sehr wohl im Blick“, sagt er. In den Gebäuden werde man auch in Zukunft „ohne Gesundheitsgefährdung studieren und arbeiten können“. Die Sanierung der Werkstoffwissenschaften hält er trotz der PCB-Belastung dagegen erst „mittelfristig“ für notwendig. © dpa/aerzteblatt.de

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