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Ärzteschaft

Mehr als 100.000 Praxen nutzen eTerminservice

Freitag, 14. Juni 2019

Mit dem eTerminservice können Praxen am Praxis-Computer Termine vermitteln. /Screenshot, Video KV Telematik
Mit dem eTerminservice können Praxen am Praxis-Computer Termine vermitteln. /Screenshot, Video KV Telematik

Berlin – Der eTerminservice steht seit dem 25. Januar 2016 den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) im Internet und im Sicheren Netz der KVen (SNK) zur Verfügung. Über erste Nutzungsdaten berichtete Sebastian Bernhardt, Leiter Pro­gramm- und Produktmanagement der KV Telematik diese Woche in Berlin.

Inzwischen würden mehr als 100.000 Praxen das Angebot nutzen und ihre Daten im System pflegen, sagte Bernhardt. Etwa ein Viertel davon, mehr als 25.000 Ärzte und Psychotherapeuten, würden aktuelle Termine eintragen, führte Bernhard weiter aus. Täglich würden circa 5.000 Suchanfragen gestellt und mehr als 1.000 Terminbuchun­gen vollzogen – an guten Tagen auch bis zu 1.800.

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Die Bilanz für 2018: Gemäß dem Versorgungsstärkungsgesetz konnten die KVen mehr als 176.000 Termine fristgerecht vermitteln. „Das ist weniger als wir vor drei Jahren erwartet hätten“, räumt Bernhard ein. Er gehe aber davon aus, dass sich die Bilanz steigern werde.

Denn aktuell würden erst 13 KVen den eTerminservice nutzen. „Weitere KVen bereiten den Umstieg auf eTerminservice bis Ende 2019 vor, drei haben dies bisher zugesagt“, sagte der Leiter Programm- und Produktmanagement der KV Telematik.

Nachfrage der Terminservicestellen könnte dank TSVG steigen

Chancen sieht er auch in den Neuerungen, die das Terminservice- und Versorgungs­gesetz (TSVG) bringt. Eine positive Auswirkung könnte etwa die ab 2020 einheitliche Rufnummer haben, die rund um die Uhr erreichbar sein wird. „Bisher verwendet jede KV eine eigene, regionale Rufnummer und das zu sehr unterschiedlichen Öffnungs­zeiten“, erklärte Bernhard die aktuelle Lage.

Die eingeforderte Richtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu den  regionalen Terminservicestellen (TSS) würde einen minimalen Erreichbarkeitsgrad definieren. Bisher wäre der nicht festgelegt und in der Realität sehr unterschiedlich, so Bernhard. Zudem würden TSS-vermittelte Leistungen künftig gesondert vergütet.

Spätestens ab 2020 müssen alle KVen ein digitales Angebot bereitstellen, mit dem Patienten selbstständig Termine online beziehungsweise per App buchen können. Die Beschränkung auf den telefonischen Vermittlungsweg würde somit aufgehoben. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Samstag, 15. Juni 2019, 10:33

... in der Realität sehr unterschiedlich ...

So ist das wohl ... und die Redaktion ist anscheinend im Wolkenkuckucksheim komfortabel eingerichtet ...
Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 15. Juni 2019, 10:11

„Herr, lass Hirn regnen“ reicht bei dem Defizit vermutlich nicht aus!

Wenn für über 100.000 Praxen in 2018 ganze 176.000 Termine vermittelt worden wären, dann wären das pro Praxis 2 Termine. Im Durchschnitt. Pro Jahr.

Würde man über ein ganz kleines bisschen Hirn verfügen und dieses sehr dosiert nutzen, würde man selbst als Redakteur des Ärzteblatts zu der Erkenntnis gelangen, dass diese Art der Terminvermittlung ein gigantisches Verlustgeschäft ist. Um Termine an die TSS zu melden, muss eine Praxis Ressourcen (sprich Personal und Technik) einsetzen. Werden alle zwei Wochen Termine an die TSS gemeldet, hätte die Praxis 25-mal pro Jahr diesen Aufwand. In der Zeit hätte die Praxis locker 25 Termine mit Patienten zur Behandlung vereinbaren können.

Wie man leicht sehen kann, betrachtet man nur die Praxis, ist diese Art der Terminvergabe äußerst unwirtschaftlich. Aber das lässt sich noch steigern. Die KV Berlin will, nur für Berlin, jetzt 2,5 Mio zusätzlich für die TSS ausgeben. In Berlin leben ca. 5% der Bevölkerung. Rechnet man die Ausgaben von Berlin auf Deutschland hoch, landet man bei 50Mio Ausgaben für die TSS. Bei 176.000 vermittelten Terminen würde das pro Terminvereinbarung bei der TSS rund 300€ kosten. Da man künftig mehr Termine vereinbaren will, gehen wir von 1.000.000 vereinbarten Terminen aus. Dann kostet die Vereinbarung, allein bei der TSS, immer noch 50€.

Addiert man die Kosten in den Praxen und in der TSS zusammen, dann stellt man sofort fest, dass die Terminvereinbarung mehr Geld kostet, als ein Arzt für die Behandlung desselben Patienten bekommt.

Wer das für normal hält, der kann nicht normal sein.
LNS

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