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Zwei Drittel der Deutschen bestellen Arzneimittel im Internet

Freitag, 14. Juni 2019

/dpa

Düsseldorf – Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) haben bereits rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Arzneimittel im Internet bestellt, weitere zehn Prozent planen, dies künftig zu tun. Das ist ein Ergebnis des „Healthcare-Barometers 2019“, einer Um­frage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1.000 Bundes­bür­gern. Demnach lehnen 24 Prozent die Online-Apotheken ab und kaufen weiterhin nur vor Ort.

„Das Einkaufsverhalten von Verbrauchern, das sich zulasten des klassischen Einzel­handels verändert hat, überträgt sich auch auf das Gesundheitssegment“, sagte Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC.

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Dabei sei es keinesfalls nur die jüngere Generation, die auf den Medikamentenver­sand setze – gerade ältere Menschen über 55 Jahre bestellten laut der Befragung oft­mals im Inter­net: Während in dieser Altersgruppe 50 Prozent angaben, schon häufiger bei einer Online-Apotheke eingekauft zu haben, sind es unter den 18- bis 34-Jährigen nur 37 Prozent.

Zurückhaltung üben die Verbraucher aber beim Online-Einkauf von rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Während 64 Prozent der Bürger bereits rezeptfreie Arzneimittel online bestellt haben, ordern lediglich 28 Prozent verschreibungspflichtige Medikamente im Netz. „Rezeptfreie Arzneimittel unterliegen keiner Preisbindung, sodass Online-Apo­theken mit günstigen Angeboten punkten können. Bei verschreibungspflichtigen Medi­kamenten können ausländische Versender allenfalls mit Rezeptboni locken, dafür müssen die Bürger ihr Rezept einsenden“, erklärte Burkhart.

Der Befragung zufolge ist es vor allem der Preis, der über die Auswahl einer Online­apotheke entscheidet – 76 Prozent der Befragten bestätigen, dass sie darauf immer achten. Weitere Auswahlkriterien sind die Höhe der Versandkosten und des Mindest­bestellwertes (71 Prozent), die Bezahlmöglichkeiten (66 Prozent) sowie gut erkennba­re Abbildungen und Beschreibungen (59 Prozent).

Lehnen Verbraucher den Medikamentenversand hingegen ab, steckt dahinter meist, dass ihnen die Beratung fehlt, ihnen die Lieferzeiten zu lang sind oder sie kein Ver­trauen in den Apothekenversandhandel haben. In der Umfrage gabe mehr als jeder Zweite an, Angst vor gefälschten Medikamenten bei Bestellungen von Versandhänd­lern aus dem EU-Ausland zu haben. Bei der Apotheke vor Ort äußert nur jeder Zehnte solche Bedenken. Bei illegalen Arzneimitteln fürchten die Bürger schwere Neben­wirkun­gen, wie 81 Prozent bestätigen, eine ausbleibende Heilwirkung (81 Prozent) und allergische Reaktionen (79 Prozent). © hil/aerzteblatt.de

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