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Ausland

WHO stuft Ebola im Kongo nicht als internationale Bedrohung ein

Montag, 17. Juni 2019

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus besucht die Krisenregion im Kongo. /dpa

Genf – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat erneut darauf verzichtet, wegen der Ebola-Epidemie im Kongo eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Trag­weite“ auszurufen. Die Lage sei zwar ernst, aber nicht alle Kriterien für einen solchen Schritt seien erfüllt, stellte ein Experten-Komitee nach einer Sitzung am vergangenen Freitagabend in Genf fest.

„Das Risiko einer Verbreitung über die Grenzen hinaus ist und bleibt hoch“, warnte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die internationale Gemeinschaft sei dringend aufgerufen, die WHO und die betroffenen sowie gefährdeten Länder besser mit Geld und Ressourcen zu unterstützen. Die WHO werde die Situation weiter genau­estens beobachten, hieß es.

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Das Komitee war einberufen worden, nachdem in der vergangenen Woche im Nach­barland Uganda zwei Menschen an Ebola gestorben waren. Bei den Opfern handelte es sich um einen fünfjährigen Jungen und seine Großmutter. Damit hatte sich die Epi­demie über den Kongo hinaus verbreitet.

Seit Beginn der Epidemie 2018 hat die WHO mehr als 2.100 Ebola-Fälle registriert. Etwa 1.400 Erkrankte starben. Im Kongo sind bis Anfang Juni mehr als 130.000 Men­schen, die mit Kranken oder Angehörigen und Freunden von Kranken in Kontakt wa­ren, mit einem experimentellen Impfstoff geimpft worden, in Uganda knapp 5.000. Zuletzt hatte die WHO im April darüber beraten, ob sie einen internationalen Gesund­heitsnotstand ausruft.

Der lebensgefährliche und hoch ansteckende Erreger ist vor etwa einem Jahr in einer Bürgerkriegsregion im Osten des Kongo aufgetaucht. Dort ist der Einsatz von Medizi­nern, die die Ausbreitung eindämmen wollen, gefährlich und schwierig. Das Ebolavirus verursacht unter anderem starke innere Blutungen und führt unbehandelt meist inner­halb von wenigen Tagen zum Tod.

In der Geschichte des 2005 einberufenen Gremiums wurde bislang erst vier Mal ein sogenannter internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen. Dies war etwa 2014 der Fall, nachdem eine verheerende Ebola-Epidemie mehrere westafrikanische Staaten heimgesucht hatte. In Guinea, Sierra Leone und Liberia starben damals rund 11.300 Menschen an dem Virus. 2016 deklarierte die WHO wegen des Zika-Virus in Südame­rika den internationalen Gesundheitsnotstand.

Nach Ebolatoten in Uganda fürchtet inzwischen auch das Nachbarland Tansania ein Übergreifen der Epidemie. „Ich möchte die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass in unserem Land die Gefahr einer Ebolaepidemie besteht“, teilte die tansanische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ummy Mwalimu gestern im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Die Regionen Kagera, Mwanza und Kigoma im Nordwesten Tansanias an der Grenze zu Uganda und der Demokratischen Republik Kongo seien am stärksten gefährdet, sagte Mwalimu. Aber „da diese Krankheit sehr leicht und sehr schnell übertragen wird, ist fast das gesamte Land in Gefahr“. Bislang wurde in Tansania aber noch kein Ebola-Fall registriert. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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