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Ärzteschaft

KV Berlin gegen Streichung der DMP-Programmkosten­pauschale

Freitag, 14. Juni 2019

/dpa

Berlin – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin hat sich auf ihrer gestrigen Sitzung gegen Inhalte des Faire-Kassenwahl-Gesetzes ausgesprochen. In der Kritik steht vor allem die geplante ersatzlose Streichung von Anreizen zum Abschluss von strukturierten Behandlungsprogrammen (DMPs).

Diese Streichung könne das Aus für die innovative, nachweislich erfolgreiche Versor­gung von sieben Millionen chronisch kranken Menschen mit koronaren Herzkrank­hei­ten, Asthma bronchiale, COPD, Brustkrebs und Diabetes mellitus Typ 1 und 2 bedeu­ten, heißt in einer dazu verabschiedeten Resolution.

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„Die angekündigte Streichung der Zuweisungen der DMP-Programmkostenpauschale führt aus unserer Sicht eben nicht, wie vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium prognos­ti­ziert, zu einer verbesserten Zielgenauigkeit auf Krankenkassenebene, sondern zu einer Verschlechterung der Versorgung“, sagte die VV-Vorsitzende Christiane Wessel. Sollte das Gesetz wie vorgeschlagen umgesetzt werden, drohe eine Versorgungs­lücke für chronisch erkrankte und multimorbide Menschen.

Des Weiteren hat die VV der KV Berlin den Gesetzgeber aufgefordert, die hausärztl­iche und die fachärztliche Codierung im Risiko­struk­tur­aus­gleich gleich zu gewichten. Außerdem sollten regionale Verträge auch weiterhin gesetzlich möglich sein.

Darüber hinaus will die VV gebietsfremde regional tätige Krankenkassen – insbeson­dere aus dem AOK-System – dazu verpflichten, den bestehenden oder noch zu schlie­ßenden Selektivverträgen der regional mitgliederstärksten Kasse unverzüglich beizutreten. „Alle Kassen sind zu verpflichten, bei besonderen regionalen Versor­gungs­situationen geeignete Zusatz-/Sonderverträge zu schließen“, heißt es in der Resolution. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 15. Juni 2019, 09:19

Was kümmert es die KV, ob es DMP gibt? Nur deppert?

Würde sich die KV Berlin als Interessenvertretung der Ärzte sehen, würde sie die Debatte um DMP oder Kassenwahlgesetz ignorieren.

DMP haben für Ärzte marginale Auswirkungen, setzt man sie in Relation zu den Auswirkungen für die Kassen (Stichwort: Gesundheitsfond). Sorgt als KV einfach dafür, dass alle ärztlichen Leisutngen bezahlt werden. Wenn die Kassen beschließen, bestimmte Erkrankungen auf einem anderen Versorgungsniveau behandeln zu lassen, dass ist das so. Das andere Versorgungsniveau erfordert entweder mehr Arbeit, dann kostet es auch mehr. Oder es erfordert weniger Aufwand, dann wird es billiger.

Welches Versorgungsniveau die Kassen ihren Versicherten bieten (müssen), unterliegt nicht der Kontrolle durch eine KV.

LNS

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