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Ärzteschaft

Quereinstieg in die Allgemeinmedizin kommt in Nordrhein-Westfalen gut an

Freitag, 14. Juni 2019

/dpa

Düsseldorf – Das von Ge­sund­heits­mi­nis­terium, Ärztekammern, Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr vereinbarte Programm zur Förderung des Quereinstiegs von Ärzten in die Allgemein­medizin kommt gut an. „In dem relativ kurzen Zeitraum seit Vereinbarung des Programms haben wir bereits 42 Anträge für Westfalen vorliegen“, zog Gerhard Nordmann in der jüngsten Sitzung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztli­chen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eine erste Zwischenbilanz.

„Vier bislang noch an Krankenhäusern tätige Internisten starten in ein Qualifizierungs­jahr in einer Hausarztpraxis, das sie mit der ambulanten Medizin vertraut machen soll“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KVWL weiter. Ziel sei die Niederlassung in der hausärztlichen Versorgung. 26 Ärzte anderer Fachrichtungen hätten ihre Anträge auf Förderung bereits bewilligt bekommen und strebten die Facharztprüfung für Allge­meinmedizin bei der Ärztekammer an.

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Eine ähnlich positive Zwischenbilanz zog auch die Kassenärztliche Vereinigung Nord­rhein (KVNO). „Das Angebot, das sich besonders an Allgemeininternisten, aber auch Anästhesisten und Chirurgen richtet, stößt bisher auf großes Interesse – erste Anträge sind bereits bewilligt“, sagte Johannes Martin, Leiter der Stabsstelle Gesundheits­poli­tik bei der KVNO.

Demnach liegen der KVNO seit dem Start des Programms 15 Anträge für das Rhein­land vor. Neun dieser Anträge stammen von Allgemeininternisten, die ein Qualifizie­rungsjahr in einer Hausarztpraxis absolvieren wollen, sechs von ihnen sind bereits be­willigt. Sechs Anträge stammen von Allgemeininternisten und Ärzten anderer Fach­rich­tungen, die jetzt die Facharztprüfung für Allgemeinmedizin anstreben. Davon sind bislang zwei Anträge bewilligt.

Die Quereinsteiger erhalten ein bis zwei Jahre lang eine finanzielle Förderung von bis zu 9.000 Euro pro Monat. Sie wird je zur Hälfte von den KVen und den Krankenkassen finanziert. Vorn dem Programm profitieren sollen zunächst kleinere Kommunen mit bis zu 40.000 Einwohnern, von denen es in Westfalen-Lippe erheblich mehr gibt als im Rheinland. Wird die Weiterbildung oder Qualifikation zum Hausarzt in einer Region absolviert, die schon heute unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist, gibt das Land weitere 500 Euro pro Monat dazu.

Mit der Förderung sollen vor allem die finanziellen Einbußen ausgeglichen werden, die ein solcher Quereinstieg in der Regel während der Weiterbildungs- oder Erfahrungs­zeit gegenüber der Tätigkeit im Krankenhaus mit sich bringt. Das Programm richtet sich vor allem an Allgemeininternisten, aber auch an Fachärzte für Anästhesiologie und Chirurgie. © ts/aerzteblatt.de

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