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Ausland

Tigermücke überträgt erstmals Chikungunyavirus in Spanien

Montag, 17. Juni 2019

Tigermücke /dpa

Madrid – In Spanien haben sich erstmals Menschen in dem Land mit dem Chikung­unyavirus angesteckt. In der Urlaubs-Provinz Alicante im Osten des Landes infizier­ten sich Touristen aus Island mit dem von Stechmücken übertragenen Virus. Wie Ex­perten mitteilten, handelt es sich um die ersten Fälle einer lokalen Infektion in Spa­nien.

Bei den Betroffenen handelt es sich um drei Mitglieder einer Familie, die im Mai an der Costa Blanca war. Wie die zuständigen Gesundheitsbehörden der Region Valencia am Wochenende mitteilten, sind bislang keine weiteren Infektionsfälle bekannt. Man habe aber dennoch alle erforderliche Maßnahmen und Kontrollen eingeleitet, hieß es.

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Das Virus wird vor allem von der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti) und der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen. Nach Angaben des Europäi­sches Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist das Virus in zahlreichen afrikanischen Ländern sowie im Süden und Südosten Asiens ver­breitet.

Nach einer rasanten Ausbreitung in Mittel- und Südamerika tritt es seit einigen Jahren vereinzelt auch in Europa auf, laut ECDC erstmals 2007 in Italien, später auch in Frank­reich. „Das ist aber der erste Fall einer Infektion in Spanien überhaupt“, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörden in Valencia der Zeitung Información.

Man wisse aufgrund der Inkubationszeit, dass die Patienten bei ihrem Urlaub an der Costa del Sol in der zweiten Maihälfte gestochen worden sein müssen, so der Spre­cher. Nach ihrer Rückkehr sei die Erkrankung festgestellt worden. Die isländischen Behörden hätten sowohl die zuständigen spanischen Zentralbehörden in Madrid als auch die regionalen Gesundheitsbehörden in Valencia umgehend informiert, hieß es.

Chikungunya-Fieber geht mit grippetypischen Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen einher. Die meisten Infizierten erholen sich vollständig, oft schon nach einer Woche. Gefährlicher ist das Virus für chronisch Kranke sowie für Schwangere und Säuglinge. Todesfälle sind aber äußerst selten. Einen Impfstoff oder eine gezielte Therapie gibt es bisher nicht.

Zunehmende Reisetätigkeit

Die ersten Fälle in Spanien seien aufgrund der zunehmenden Reisetätigkeit und Wa­rentransporte – die die Mücken weltweit verschleppen – „zu erwarten“ gewesen und vorerst auch nur Einzelfälle, sagte der Leiter der Abteilung für Tropenkrankheiten am Madrider Hospital Ramón y Cajal, Rogelio López-Vélez, der Zeitung El País.

Sie seien aber dennoch sehr ernst zu nehmen. „Die Sterblichkeitsrate ist (bei Chikun­gunya) zwar nicht relevant, und anders als etwa beim hämorrhagischem Dengue-Fie­ber ist keine Behandlung auf der Intensivstation nötig, aber rund die Hälfte der Patien­ten leidet monatelang an Schmerzen und Steifheit (der Gelenke)“, betonte er.

In Deutschland gab es 2017 33 Fälle von Chikungunya-Fieber, berichtet das Robert-Koch-Institut in Berlin. Alle seien aus Urlaubsländern importiert worden, die meisten aus Indien und Brasilien. Die Überträger-Mücke Aedes albopticus sei regional in Deutschland anzutreffen. © dpa/aerzteblatt.de

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