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Ausland

Ärzte in Indien streiken wegen Gewalt gegen Mediziner

Montag, 17. Juni 2019

/dpa

Neu Delhi – Wegen häufiger gewaltsamer Übergriffe von Patienten und deren Ange­hö­rigen sind in Indien heute zehntausende Ärzte in einen landesweiten Streik getre­ten. Die Mediziner wollten bis morgen die Arbeit niederlegen und verlangten bessere Schutz­maßnahmen. Sie trugen Transparente mit Slogans wie „Rettet die Retter“. Die medizinische Notfallversorgung war von den Arbeitsniederlegungen nicht betroffen.

Der indische Ärzteverband (IMA), der 350.000 der 900.000 Ärzte des Landes vertritt, forderte unter anderem härtere Strafen für Angriffe auf Mediziner und mehr Überwa­chungskameras in Krankenhäusern. Auch der Zugang von Besuchern zu Kranken­häu­sern müsse beschränkt werden.

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Mit dem landesweiten Streik solidarisieren sich die Teilnehmer mit den Ärzten im östli­chen Bundesstaat West-Bengalen. In West-Bengalens Hauptstadt Kolkata streiken Mediziner bereits seit Montag vergangener Woche, nachdem dort die Angehörigen eines verstorbenen Patienten mehrere Ärzte eines staatlichen Krankenhauses ange­griffen und zwei von ihnen lebensgefährlich verletzt hatten.

Der Ärzteverband erklärte, oftmals seien zu hohe Erwartungen der Patienten und ihrer Angehörigen Ursache für Attacken auf Ärzte. Außerdem trügen unzureichende Aus­rüs­tung der Krankenhäuser und Personalmangel dazu bei. Die Ärzte wählten den Zeit­punkt ihres landesweiten Streiks bewusst: Heute trat erstmals das neu gewählte indi­sche Parlament zusammen.

Indien gibt weniger als zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die medi­zinische Versorgung aus. Damit gehört das Schwellenland zu den Staaten, die welt­weit am wenigsten für Gesundheit ausgeben. Regierungschef Narendra Modi legte jedoch das nach ihm benannte Gesundheitsprogramm Modicare auf, das den Ärmsten im Land zugute kommen soll.

© afp/aerzteblatt.de

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