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Erzbistum Hamburg will katholische Krankenhäuser abgeben

Montag, 17. Juni 2019

/dpa

Hamburg – Das wirtschaftlich angeschlagene Erzbistum Hamburg will die Träger­schaft seiner katholischen Krankenhäuser abgeben. „Wir suchen einen strategischen Partner, um die Krankenhäuser nachhaltig zu stärken“, sagte Erzbistumssprecher Manfred Nielen heute. Erste Gespräche mit möglichen Trägern liefen bereits. Die Trägersuche habe zunächst keine unmittelbaren Konsequenzen für die Mitarbeiter.

Ziel sei die Übernahme durch eine Krankenhausgruppe mit katholischer Ausrichtung, so Nielen weiter. „Wir wollen die Einrichtungen in katholischer Trägerschaft halten.“ Das Erzbistum wolle Minderheitsgesellschafter bleiben, zugleich aber von der Erfah­rung eines größeren Trägers profitieren.

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In der vergangenen Woche hatte Erzbischof Stefan Heße angekündigt, den „schmerz­haften Sanierungskurs fortsetzen“ zu müssen. Der prognostizierte Rückgang der Kir­chenmitglieder bedeute auch einen Rückgang der Kirchensteuermittel als wesentliche Einnahmequelle des Erzbistums. 2017 hatte eine Wirtschaftsprüfung ergeben, dass das zu dem Zeitpunkt mit rund 80 Millionen Euro verschuldete Erzbistum bis 2021 eine Überschuldung von etwa 350 Millionen Euro riskiere, wenn nichts dagegen unter­nommen werde.

Das Erzbistum Hamburg unterhält derzeit vier katholische Krankenhäuser mit mehr als 2.000 Mitarbeitern. Eines von ihnen befindet sich laut dem Bericht der Unternehmens­be­ra­tung Ernst & Young in einer „wirtschaftlichen Schieflage“. Die weiteren sähen sich einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt und mit steigendem Investitionsbedarf konfrontiert.

Auf dem Gebiet des Erzbistums Hamburg gibt es vier weitere katholische Kranken­häuser, die nicht im Verantwortungsbereich der Erzdiözese liegen. Träger sind Ge­sellschaften der Malteser und des Elisabeth Vinzenz Verbundes (EVV). © kna/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #88767
fjmvw
am Dienstag, 18. Juni 2019, 11:20

Gewollte Marktbereinigung oder zu niedrige Honorare

Dieses Mal ist es ein kirchlicher Träger, der auf Dauer nicht mehr in der Lage oder willens ist, defizitäre Krankenhäuser weiter zu betreiben. Es sind weder die ersten Krankenhäuser, die aus wirtschaftlichen Gründen einen neuen Träger erhalten (müssen), noch werden es die letzten sein.

Der wirtschaftliche Druck nimmt weiter zu. Gewinner werden am Ende die Krankenhäuser in privater Trägerschaft sein, die Krankenhäuser bewusst als Unternehmen betreiben. Die öffentliche Hand wird sich genau so weiter zurückziehen (müssen) wie die Kirchen.

Sind die störenden Wettbewerber (Kirchen, Kommunen, Kreise, Länder, ...) erst einmal weitgehend beseitigt, werden die privaten Betreiber ihre bis dahin ausgebaute Marktmacht einsetzen, um eine angemessene Umsatzrendite zu erwirtschaften.

Für die Politik und die Kassen kann es trotz höherer Kosten pro Bett von Vorteil sein, weil der Bettenabbau durch Schließung mehr spart als die Kostensteigerung an Aufwand benötigt. Es könnte allerdings auch dazu führen, dass trotz Schließung von 600 Häusern, und das ist die Zielgröße, die Ausgaben für den stationären Bereich trotzdem steigen werden.

Das hängt u. a. mit der Marktmacht zusammen. Aber wer versteht das schon ?
;-)
LNS
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