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Ausland

Weltärztebund ermutigt verurteilte Ärzte in der Türkei

Montag, 17. Juni 2019

/efks, stockadobecom

Ferney-Voltaire – Der Weltärztebund (WMA) hat die Ärzte in der Türkei in einem offe­nen Brief ermutigt und die Repressalien des Staates kritisiert. Der Präsident des Welt­ärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, und der WMA-Generalsekretär, Otmar Kloiber, wenden sich in dem heutigen Schreiben insbesondere an Ärzte, die in der Türkei in Haft sind, weil sie erklärt hatten, dass „Krieg ein Problem der öffentlichen Gesundheit“ ist.

Diese öffentliche Erklärung wurde am 24. Januar 2018 als Pressemitteilung von elf Mitgliedern des Zentralrats der Türkischen Ärztevereinigung veröffentlicht. Er wies auf die Auswirkungen des Krieges auf die öffentliche Gesundheit hin und betonte die Mission der Ärzte, das Leben zu verteidigen und sich für den Frieden einzusetzen.

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Den elf Ärzten wurde anschließend vorgeworfen, „eine Terrororganisation zu propa­gieren“ und „öffentlichen Hass und Feindseligkeit zu provozieren“. Sie wurden für schul­dig befunden und zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt.

„Wir sind schockiert und zutiefst beunruhigt über die jüngste Entscheidung des Straf­ge­­richtshofs von Ankara“, heißt es in dem offenen Brief des WMA. Montgomery und Kloiber schreiben ferner: „Wie Sie sind auch wir der Ansicht, dass Ärzte die Pflicht ha­ben, Gewalt anzuprangern und Regierungen auf die dramatischen unmittelbaren und langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von Krieg und bewaffneten Konflikten aufmerksam zu machen.“

Eine Stellungnahme zur Unterstützung des Friedens sei in einer Demokratie keine Straftat, schreiben die beiden Ärzte. Im Gegenteil, es handele sich um ein wesentli­ches Menschenrecht, das im internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verankert sei, den die Türkei 2003 ratifiziert habe.

Der WMA wirft dem türkischen Staat vor, zu versuchen, die Stimme seiner Ärzte zum Schweigen zu bringen. „Wir sind uns bewusst, dass viele Ärzte das Ziel einer allge­gen­wärtigen Unterdrückungskampagne sind, die unter dem Vorwand eines Ausnah­me­zustands durchgeführt wird, der Sie daran hindert, Ihren Beruf unter angemesse­nen Bedingungen auszuüben.“ Laut dem WMA haben die elf verurteilten Ärzte in der Türkei gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung eingelegt. © hil/aerzteblatt.de

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