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Politik

Sorge um Unterfinanzierung der neuen Pflegeausbildung in Bremen

Montag, 17. Juni 2019

/dpa

Bremen – Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) in Bremen warnt davor, dass die reformierte Pflegeausbildung in dem Bundesland möglicherwei­se nicht wie geplant 2020 starten kann, weil die Finanzierung nicht gesichert ist.

„Die Kostenträger – Krankenkassen und Land Bremen – verweigern bisher den Aus­gleich der Kosten, die den Ausbildungsträgern, also Pflegeschulen, Krankenhäusern, Pflegediensten und anderen – für die Auszubildenden entstehen. Kommt es zeitnah zu keiner Einigung, könnte der nächste Ausbildungsjahrgang gefährdet sein“, schreibt der bpa.

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Das Büro der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz des Lan­des Bremen wollte auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes dazu nicht Stellung nehmen, weil die Verhandlungen zur Ausbildungsvergütung im Augenblick noch liefen.

Ab dem Jahr 2020 sind die drei bisher getrennten Ausbildungen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege in einer neuen, generalistischen Ausbildung zusammengefasst. Staatlich geprüfte Pflegefachkräfte können künftig in allen drei Berei­chen arbeiten, dies soll die Flexibilität des Berufsbilds und die Durchlässigkeit zwi­schen den Einsatzbereichen erhöhen.

„Die neue, generalistische Pflegeausbildung ist jedoch deutlich komplexer als die bis­herigen, da die Pflegeschulen und Ausbildungsbetriebe der bisher getrennten Berei­che nun zusammengeführt und koordiniert werden müssen“, erläuterte Sylvia Gerking, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bremen.

Pflegeschüler würden künftig in jedem Gebiet einen umfangreichen Teil ihrer prakti­schen Ausbildung absolvieren und Pflegeschulen Lehrstoff aus allen Pflegebereichen unterrichten, betonte sie. Dies bedeute „erhebliche administrative, logistische und praktische Umstellungen“, die zusätzliches Personal für die Koordination sowie eine Nachqualifizierung von Praxisanleitern erforderten, so Gerking. „Dazu kommt, dass das Land Bremen für die Umsetzung der reformierten Pflegeausbildung hohe Quali­tätsstandards einfordert“, erläutert die Geschäftsführerin der Landesarbeitsge­mein­schaft.

„Angesichts der nur noch kurzen verbleibenden Zeit bis zum Start 2020 befürchten wir, dass die Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung scheitert, weil immer noch unklar ist, von welchen finanziellen Rahmenbedingungen unsere Schulen und Ausbil­dungsbetriebe ausgehen können“, sagte Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Kranken­hausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen. © hil/aerzteblatt.de

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