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Ärzte ohne Grenzen sehen gemeindebasierte Arbeit als sinnvollen Ansatz zur HIV-Bekämpfung

Montag, 17. Juni 2019

/dpa

Berlin – Eine gemeindebasierte Arbeit ist ein sinnvoller Ansatz für die HIV-Bekäm­pfung. Das berichtet die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Anlass ist die Auswer­tung eines entsprechenden HIV/Tuberkulose-Projekts des Hilfswerkes in Eshowe, Südafrika. „Das Projekt hat die UNAIDS-Ziele von 90-90-90 ein Jahr vor Ablauf der Frist im Jahr 2020 mit Ergebnissen von 90-94-95 erreicht“, berichtet Ärzte ohne Grenzen.

Das bedeutet: 90 Prozent der mit HIV lebenden Menschen kennen ihren Status, 94 Prozent von ihnen wurden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt und 95 Pro­zent von ihnen hatten eine unterdrückte Viruslast.

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„Die Ergebnisse bestätigen die An­sicht von Ärzte ohne Grenzen, dass die gemeinde­basierte Arbeit erfolgreich ist. Mehr Menschen, die mit HIV leben und keinen Zugang zu herkömmlichen Gesundheits­diens­ten haben, werden erreicht und direkt unterstützt, was ein Schlüssel zur Über­win­dung der HIV-Epidemie ist“, so das Fazit des Hilfswer­kes.

„Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, 90-90-90 in einem Gebiet mit einer der höchsten HIV-Infektionsraten des Landes zu erreichen, wo jeder Vierte mit HIV lebt“, erläuterte Liesbet Ohler, Project Medical Referent, Eshowe. Diese Ergebnisse seien ein Beweis für das volle Engagement der gesamten Gemeinschaft.

Alle – von der lokalen Zivilgesellschaft und Patientengruppen, über das Gesundheits­personal und traditionelle Gesundheitspraktiker bis hin zu traditionellen Führungskräf­ten und ihren Mitgliedern – seien von Anfang an intensiv an der Gestaltung und Unter­stützung dieses Projekts beteiligt gewesen.

Ärzte ohne Grenzen warnt jedoch davor, die Umfrageergebnisse als eine eindeutige Siegeserklärung zu interpretieren, weil in bestimmten Altersgruppen nach wie vor erhebliche Herausforderungen bestünden.

„Obwohl die Inzidenz bei Frauen im Alter von 15 bis 29 Jahren auf 1,2 Prozent zurück­gegangen ist, bleibt diese Zahl hoch und verdeutlicht das anhaltende Risiko, dem jugendliche Mädchen und junge Frauen ausgesetzt sind“, sagte Laura Trivino, medizi­nische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen für Südafrika.

Es sei nach wie vor schwierig, Männer zu erreichen, die insgesamt schlechtere Be­hand­lungsergebnisse erzielten. Mehr als die Hälfte der jungen Männer im Alter von 15 bis 29 Jahren, bei denen HIV diagnostiziert wurde, sei immer noch nicht in Behand­lung. © hil/aerzteblatt.de

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