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Milliarden Menschen haben kein sicheres Trinkwasser

Dienstag, 18. Juni 2019

/dpa

Genf/Köln – 2,2 Milliarden Menschen haben nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO kein sicheres Trinkwasser zur Ver­fügung. Davon hätten 785 Millionen Menschen nicht einmal eine Basisversorgung, heißt es in einem heute in Genf und Köln veröffentlichten Bericht. Mehr als die Hälfte aller Menschen weltweit (4,2 Milliarden) hat außerdem keine sichere Sanitärversor­gung, und drei Milliarden Menschen könnten sich zu Hause die Hände nicht mit Seife waschen.

Zwar habe es zwischen 2000 und 2017 große Fortschritte beim Zugang zur Versor­gung mit Wasser, Toiletten und Hygiene gegeben, heißt es in dem Bericht. Sie seien aber ungleich verteilt, und es gebe große Unterschiede bei der Qualität.

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Laut Unicef und WHO haben zwischen 2000 und 2017 insgesamt 1,8 Milliarden Men­schen zusätzlich Zugang zu einer Trinkwasser-Grundversorgung erhalten. Aber nach wie vor ist jeder Zehnte (785 Millionen) davon ausgeschlossen; darunter 144 Millionen Menschen, die nur ungereinigtes Oberflächenwasser trinken können.

Mit Blick auf sanitäre Einrichtungen haben seit dem Jahr 2000 weltweit 2,1 Milliarden Menschen zusätzlich Zugang zu einer Grundversorgung erhalten. „Aber in vielen Teilen der Erde werden die Ausscheidungen nicht sicher entsorgt“, heißt es. Rund zwei Milliarden Menschen haben keine als „sicher"“ eingestufte hygienische Toilette oder Latrine zur Verfügung – sieben von zehn der betroffenen Menschen leben auf dem Land, ein Drittel in einem der am wenigsten entwickelten Länder.

Viele Menschen verrichteten auch immer noch ihre Notdurft im Freien, beklagten Uni­cef und WHO. Bei dem Ziel, diese Praxis zu beenden, gibt es sowohl Fortschritte als auch Rückschritte: So ging der Anteil derjenigen, die ihre Notdurft im Freien verrich­ten, seit 2000 von 21 Prozent auf 9 Prozent zurück. In 91 Ländern gab es Fortschritte. Aber schätzungsweise 673 Millionen Menschen erleichtern sich nach wie vor im Frei­en, und in 39 Ländern mehrheitlich im südlichen Afrika ist die Zahl sogar gestiegen.

Immer noch drei Milliarden Menschen hatten 2017 keine einfache Waschgelegenheit mit Wasser und Seife zu Hause. In den am wenigsten entwickelten Ländern betraf das fast drei Viertel der Bevölkerung. Jedes Jahr sterben rund 297.000 Kinder unter fünf Jahren in der Folge von Durchfallerkrankungen, die durch mangelnde Wasser-, Sani­tär- und Hygieneversorgung verursacht werden.

Jedes Jahr sterben nach Angaben von Unicef und WHO 297.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, die durch mangelnde Wasser-, Sanitär- und Hygie­ne­versorgung verursacht werden. Unzureichende Sanitärversorgung und verschmut­ztes Trinkwasser tragen außerdem zur Übertragung von Krankheiten wie Cholera, Ruhr, Hepatitis A und Typhus bei.

Kinder und ihre Familien in armen und ländlichen Regionen hätten das größte Risiko, bei der Trinkwasser- und Sanitärversorgung „abgehängt“ zu werden, erklärte die Uni­cef-Expertin für Wasser, Sanitär und Hygiene, Kelly Ann Naylor. Regierungen müssten in die Gemeinden investieren, „damit wir diese ökonomische und geografische Kluft überwinden und dieses grundlegende Menschenrecht erfüllen“.

Die Trinkwasser- und Sanitärversorgung wird von der UNO als sicher eingestuft, wenn es Trinkwasser auf dem Grundstück gibt, das nicht kontaminiert und jederzeit verfüg­bar ist, und wenn es hygienische Toiletten gibt, deren Abwasser sicher behandelt und entsorgt wird.

Als Kriterien für eine Grundversorgung gelten eine geschützte Trinkwasserquelle in einem Radius von 30 Minuten für den Hin- und Rückweg, eine gute Toilette oder La­trine, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden muss, und eine Waschgelegen­heit zum Händewaschen mit Seife zu Hause. © kna/afp/aerzteblatt.de

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Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 18. Juni 2019, 20:47

Die eigentliche Aufgabe der WHO und Unicef

Anstatt alle impfen zu wollen, sollte die WHO und Unicef dafür sorgen, dass die Menschen genug zu essen haben, sauberes Wasser zu trinken, Sanitäranlagen und Abwasserkläranlagen bekommen. Daraus schöpfen die Menschen ihre Gesundheit, nicht aus Impfungen.
LNS

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