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Ärzteschaft

Hausärzte wollen bei Digitalisierung intensiver beteiligt werden

Dienstag, 18. Juni 2019

/DragonImages, stockadobecom

Berlin – Ärzte und ihre Verbände müssen bei der Digitalisierung des Gesundheitswe­sens „unbedingt“ in die Prozesse mit einbezogen werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass Lösungen etabliert werden, die den Anforderungen in der Praxis ent­sprechen, sagte der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) heute.

Das gelte für die Festlegung der Richtlinie zur Gewährleistung der IT-Sicher­heit ge­nau­so wie für die Entwicklung von Standards und Anwendungen der elektronischen Patientenakte, sagte der DHÄV-Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt. Er warnte, die Digitalisierung des Gesundheitswesens werde „gegen die Wand fahren, wenn die Versorgungsrealitäten nicht ausreichend berücksichtigt“ würden.

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Grundsätzlich begrüßt der Hausärzteverband jedoch die beschleunigte Digitalisierung. „Unser Gesundheitssystem muss bei der Digitalisierung dringend an Fahrt aufneh­men. Es ist längst an der Zeit, dass die Patientenversorgung von innovativen Digital-Lösungen profitiert“, hieß es.

Alle Ansätze, die einer strukturierten, hausarztbasierten Versorgung zuwiderlaufen, seien jedoch zu vermeiden. „Dieses wäre beispielsweise der Fall, wenn Gesundheits-Apps unseren Patienten vorschreiben würden, welchen Arzt sie wann besuchen sollen“, so Weigeldt. Hier gebe es noch deutlichen Nachbesserungsbedarf beim Ent­wurf des Digitale-Versorgung-Gesetzes.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) forderte in ihrer Stellungnahme zum Gesetzentwurf, die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die KBV einzu­beziehen, wenn digitale Innovationen in der Versorgung eingeführt werden. „Das den Kranken­kassen eingeräumte Recht, im Zuge innovativer digitaler Projekte ihren Ver­sicherten Versorgungsangebote durch Dritte machen zu lassen, an denen Vertrags­ärzte und -psychotherapeuten nicht beteiligt werden müssen, lehnen wir in dieser Ausschließlichkeit ab“, schreibt die KBV.

Von der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) heißt es, die Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, digitale Anwendungen und Innovatio­nen in die Patientenversorgung ein­zubringen, sei zwar positiv. Allerdings hapere es in der kon­kre­ten Umsetzung daran, die spezifischen Bedürfnisse von Patienten und Ärzteschaft zu berücksichtigen. Ärztli­che Expertise sei dringend einzu­beziehen, mahnte auch die BÄK. © hil/aerzteblatt.de

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