NewsPolitikMaßnahmenpaket soll Gesundheitskompetenz der Hamburger verbessern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Maßnahmenpaket soll Gesundheitskompetenz der Hamburger verbessern

Donnerstag, 20. Juni 2019

/Monkey Business, stock.adobe.com

Hamburg – Politik und Gesundheitsinstitutionen in Hamburg wollen die Gesundheits­kompetenz der Bürger steigern. Die Landeskonferenz hat dafür Maßnahmen ausge­arbei­tet, die jetzt greifen sollen. An der Initiative beteiligt sich auch die Ärztekammer Hamburg.

„Angesichts des eindeutigen Einflusses der sozialen Lage auf die Gesundheit, der Zunahme chronischer Erkrankungen, der kulturellen Vielfalt unserer Gesellschaft sowie einer großen Informationsflut erlangt Gesundheitskompetenz immer mehr an Bedeutung“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Sie forderte, Staat und alle Akteure müssten dazu beitragen, dass das Gesundheits­we­sen genauso verständlich sei wie einzelne Diagnosen und Behandlungen.

Anzeige

Konkret sollen in Hamburg die Institutionen der Landeskonferenz moderne Informa­tionsmedien wie Smartphone-Apps intensiver nutzen, um bestimmte Zielgruppen mit Gesundheitsinfos anzusprechen. Broschüren mit dem Titel „Gesundheitsversorgung in Deutschland – einfach erklärt“, „Ich muss ins Krankenhaus“ und „Ihre Rechte als Pa­tient und Patientin“ sollen in einfacher Sprache erscheinen und sollen Patienten bei der Orientierung im Gesundheitssystem helfen. Informationsmaterialien sollen grund­sätzlich künftig in einfacher Sprache und barrierefrei herausgegeben werden.

Zudem sollen Patienten Notizblöcke „3 Fragen zu Ihrer Gesundheit“ zur besseren Vor- und Nachbereitung von Arzt-Patienten-Kontakten bereitgestellt werden. Eine neue In­ternetseite zur Gesundheitskompetenz soll über wichtige Themen informieren.

Im Rahmen der Gesund­heits­förder­ung sollen in Absprache mit Kindertagesstätten, Schulen und Berufsschulen bei Bedarf geeignete pädagogisch geschulte und medi­zi­nische, psychotherapeutische und pharmazeutische Fachkräfte zur Verfügung gestellt werden, um Themen zum Gesundheitssystem, etwa zur Körperpflege, zur Reani­ma­tion, zur Ersten Hilfe, zur seelischen Gesundheit und gesunden Ernährung zu be­handeln.

Außerdem soll das Projekt der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz „MiMi – Migranten für Migranten“ ausgeweitet werden. Dieses Projekt hilft dabei, Kenntnisse von Migranten über das deutsche Gesundheitssystem zu verbessern. Im Rahmen der Fortbildungsangebote für medizinische, psychotherapeutische, pharmazeutische und pflegerische Fachkräfte sollen verstärkt Methoden der Gesprächsführung vermittelt werden.

Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg, begrüßte die Maßnahmen und verwies auf die positiven Auswirkungen einer patientenorientierten Kommunikation der Gesundheitsprofessionen. „Patienten, die nicht vollumfänglich verstehen, warum und wie eine Therapie erfolgen soll, können nicht aktiv am Gelingen mitwirken“, sagte er.

Es sei zudem sehr hilfreich, wenn Patienten jederzeit einen Zugang zu den eigenen Gesundheitsdaten und Informationen hätten, auf deren Basis sie angemessene Ent­scheidungen zur Förderungen der eigenen Gesundheit treffen könnten. „Die elektro­ni­sche Patientenakte ist hier ein wichtiger Ansatzpunkt. Voraussetzung bleibt dabei ein angemessener und ausreichender Datenschutz“, sagte der Hamburger Ärztekammer­präsident.

Emami wies darauf hin, dass sich die Ärztekammer Hamburg gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg bereits seit zehn Jahren im Rahmen ihres Präventionsprogramms „Gesund macht Schule“ dafür stark macht, dass Grundschulkinder in der Elbmetropole gesund aufwachsen. Dabei helfen Ärzte auf vielfältige Weise, gesundheitsförderliche Strukturen und Inhalte in den Schulalltag zu integrieren. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Juli 2020
Berlin – Die Pflegebedürftigen in Deutschland und ihre Angehörigen sind mit der Pflegeberatung durch die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) zufrieden. Darauf deutet eine Befragung hin, die der
Befragung deutet auf hohe Zufriedenheit mit der Pflegeberatung hin
30. Juni 2020
Berlin – Oftmals bestimme Glück darüber, wie die Qualität der Auskünfte bei der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) ausfällt. So schreibt es die Stiftung Warentest nach einer stichprobenartigen
Streit um Beratungsqualität: UPD wirft Stiftung Warentest falsche Bewertung vor
24. Juni 2020
Berlin – Die Vorschläge von Erwin Rüddel (CDU), die Unabhängige Patientenberatung (UPD) in die Hände einer unabhängigen Stiftung zu legen, die operative Tätigkeit aber weiter auszuschreiben, rufen
Stiftung als Träger: Vorschlag zur Zukunft der UPD unterschiedlich bewertet
23. Juni 2020
Berlin – Das derzeitige Ausschreibungsmodell für die Unabhängige Patientenberatung (UPD) steht wenige Tage nach Erscheinen eines Berichts des Bundesrechnungshofes (BRH) auf dem politischen Prüfstand.
Unabhängige Patientenberatung: Rüddel schlägt Stiftungsmodell mit Ausschreibung vor
18. Juni 2020
Berlin – Gesundheitsexperten befürworten eine strukturelle Neuaufstellung der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Das hat eine gestrige Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags
Experten empfehlen Reform der Unabhängigen Patientenberatung
16. Juni 2020
Berlin – Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) befristet auszuschreiben, hat sich aus Sicht des Bundesrechungshofes (BRH) nicht bewährt. Das geht aus dem als vertraulich gekennzeichneten
Unabhängige Patientenberatung: Rechnungshof bemängelt Ausschreibungsverfahren
10. Juni 2020
Berlin – Der Gesetzgeber hat mit seinen Korrekturen beim Krankengeld eine bestehende Regelungslücke offenbar erfolgreich geschlossen. Andere Baustellen sind aber weiter offen. Das zeigt der
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER