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Ärzteschaft

Gewebespenden haben zugenommen

Donnerstag, 20. Juni 2019

/dpa

Hannover – Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) konnte im vergangenen Jahr 2.732 Gewebeentnahmen realisieren. Das sind über 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dadurch konnte die DGFG 5.517 Menschen mit Gewebe ver­sorgen, darunter 3.672 Menschen mit einer Augenhornhaut, wie der neue Jahresbe­richt 2018 der Gesellschaft zegit.

Danach haben die Koordinatoren der DGFG im vergangenen Jahr mehr als 36.000 Verstorbenenmeldungen bearbeitet. 313 mal konnte die DGFG auch in enger Zu­sammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Gewebespen­den bei Organspenden ermöglichen. Das sind 80 Spenden mehr als im Jahr zuvor.

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„Viele Menschen wissen nicht, dass neben Organen auch Gewebe, dazu gehören Augenhornhäute, Herzklappen, Blutgefäße, Knochen, Weichteilgewebe wie Knorpel, Sehnen, Bänder und Haut nach dem Tod gespendet werden können und der Hirntod dabei keine Rolle spielt“, teilte die Gesellschaft mit. Gewebe würden nicht wie Organe durchblutet und könnten so auch nach einem Herz-Kreislauf-Tod gespendet werden. 2.381 Menschen, das sind 87,2 Prozent aller Gewebespender im Netzwerk der DGFG, waren im Jahr 2018 Herz-Kreislauf-Verstorbene.

„Gewebespenden sind auch nach vielen Krebserkrankungen oder bei einem hohen Lebensalter möglich“, so die Gesellschaft. Mehr als die Hälfte der postmortalen Gewe­bespender war 2018 75 Jahre alt oder älter. 38 Menschen waren Lebend-Gewebe­spender. Zur Lebend-Gewebespende zählt die Spende der Plazenta und der darin enthaltenen Amnionmembran im Rahmen einer geplanten Kaiserschnittgeburt. Im Rahmen einer Herztransplantation können Patienten ihr erkranktes Herz spenden, bei dem oft noch die Herzklappen voll funktionsfähig sind.

Den Großteil der gespendeten Gewebe bildete 2018 die Augenhornhaut: Insgesamt gingen 5.249 Augenhornhautspenden zur Aufbereitung in die Gewebebanken im Netzwerk der DGFG ein. Eine Augenhornhautspende kann bis zu 72 Stunden nach Todeseintritt durchgeführt werden, was mehr Zeit für die Organisation, die Aufklärung der Angehörigen und die Entnahme bedeutet.

Bei Herzklappen und Blutgefäßen ist das Zeitfenster mit 36 Stunden wesentlich klei­ner. Experten gehen davon aus, dass jedes Jahr mehr als 500 Herzklappen und Blut­gefäße benötigt werden, um Patienten operativ zu versorgen. Die DGFG konnte im vergangenen Jahr 124 Herzklappen und 75 Blutgefäße zur Transplantation vermitteln. © hil/aerzteblatt.de

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