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Lehrer sollten besser auf traumatisierte Kinder vorbereitet werden

Donnerstag, 20. Juni 2019

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Bonn – Die Weltkulturorganisation Unesco sieht die Bildungssysteme in Aufnahme­ländern von Flüchtlingen vor großen Herausforderungen. Zum heutigen Weltflücht­lingstag mahnte die Institution, die Ausbildung von Lehrern zu verbessern, um trauma­tisierte Kinder unterstützen zu können. „Integration beginnt im Klassenzimmer“, sagte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, in Bonn.

Viele Lehrer stießen trotz großer Motivation an ihre Grenzen. Eine immer heteroge­ne­re Schülerschaft und Kinder, die in ihren Herkunftsländern oder auf dem Weg nach Deutschland traumatische Erfahrungen gemacht haben, stellen Lehrkräfte laut Unesco vor neue Herausforderungen. „Wir müssen sie in Zukunft noch besser unterstützen und den Erwerb interkultureller Kompetenz fest in der Lehrerbildung verankern“, so Böhmer bei der Vorstellung eines Positionspapiers.

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In Deutschland leidet der Unesco zufolge etwa jedes fünfte Flüchtlingskind unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Weltweit zeige sich, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge besonders gefährdet seien. Lehrer seien keine Experten für psychische Erkrankungen, aber mit der richtigen Ausbildung könnten sie eine wichtige Stütze für Kinder sein, die an einem Trauma litten, sagte der Direktor des Unesco-Weltbildungsberichts, Manos Antoninis.

Die Unesco empfiehlt in ihrem Positionspapier neben einer speziellen Lehrerschulung eine bedarfsorientierte Lernumgebung, eine Zusammenarbeit von Bildungseinrich­tun­gen, Gesundheits- und Sozialdiensten, ein kultursensibles Lernen auch mit außer­schu­li­schen Aktivitäten sowie die Einbindung der Eltern. © kna/aerzteblatt.de

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