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Medizin

Gen des Nikotin­rezeptors schützt vor Cannabisabhäng­igkeit

Donnerstag, 20. Juni 2019

Mann zieht an einem Joint. /dpa
/dpa

Aarhus – Menschen mit einer Genvariante im Nikotinrezeptor sind weniger anfällig für eine Cannabis-Abhängigkeit. Dies kam in einer genomweiten Assoziationsstudie in Nature Neuroscience heraus (2019; doi: 10.1038/s41593-019-0416-1).

Etwa 1 bis 1,5 % der Bevölkerung haben eine genetische Anfälligkeit auf eine Cannabis-Abhängigkeit („Cannabis use disorder, CUD), die das Diagnosemanual DSM-5 als behandlungsbedürftige Krankheit einstuft. Die CUD hat eine erbliche Komponente, die auf 51 bis 70 % geschätzt wird.

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Ditte Demontis von der Universität Aarhus und Mitarbeiter haben in einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) nach den verantwortlichen Genen gesucht. Dazu wurde das Erbgut von etwa 50.000 Teilnehmern der iPSYCH-Studie analysiert, die die genetischen Ursachen psychiatrischer Erkrankungen erforscht.

Die Wissenschaftler stießen im Chromosom 8 auf mehrere Einzelnukleotid-Polymorphismen. Dort befindet sich das Gen CHRNA2 („cholinergic receptor nicotinic alpha2 subunit“). Es enthält den Bauplan für einen Bestandteil des nikotinischen Acetylcholinrezeptors. Die Assoziation wurde an der isländischen deCODE-Kohorte bestätigt. Auch dort haben Träger der CHRNA2-Genvarianten eine genetische Prädisposition auf eine CUD.

Die von den Forschern entdeckten Genvarianten führen dazu, dass weniger Nikotinrezeptoren gebildet werden. Dies könnte nach Ansicht von Demontis vor allem Auswirkungen auf das Kleinhirn haben. Dort befinden sich neben den betroffenen Nikotinrezeptoren auch viele Cannabinoid-Rezeptoren vom Typ 1. Ob und wie die beiden Rezeptoren bei der Entwicklung einer Cannabis-Abhängigkeit interagieren, ist nicht bekannt.

Genetische Varianten könnten kognitive Schwächen erklären

Die Forscher haben die Risikogene für die Cannabis-Abhängigkeit mit früheren Analysen zum genetischen Einfluss auf 22 andere Phänotypen verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass Menschen mit einem genetischen Risiko auf eine CUD häufiger ein genetisches Risiko auf kognitive Störungen haben.

Am deutlichsten war der Zusammenhang mit der Zahl der Ausbildungsjahre. Dies passt laut Demontis zu der Beobachtung, dass starke Cannabis-Konsumenten häufig im Bildungssystem schlechter abschneiden. Dies wurde bisher auf den Cannabis-Konsum zurückgeführt. Nach den Ergebnissen der Studie ist jedoch auch vorstellbar, dass Menschen, die aus genetischen Gründen kognitive Schwächen haben, eher zum Cannabis-Konsum neigen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #736590
xxhfa
am Sonntag, 14. Juli 2019, 12:14

immer derselbe Mangel

...auch hier wieder einmal: waren das Menschen mit Cannabissucht oder waren es solche mit Jointsucht. Zumindest aus diesem Abstract nicht zu erkennen und der Ärzteblatt- Redaktion völlig egal wie immer, siehe Bebilderung.
Diese Frage wird ständig ignoriert, weil Wissenschaftler sich offenbar nicht für Patienten interessieren. Die Wirkung des THC/Nikotin/Teer- Gemisches ist in vieler Hinsicht different, eigentlich nicht so schwer zu verstehen bei der Kombination eines starken Suchtgiftes (Nikotin) mit einer psychotropen Substanz (THC).
LNS

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