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Klinikum Oldenburg und Vorstandschef trennen sich

Donnerstag, 20. Juni 2019

Außenansicht des Klinikums Oldenburg. /dpa

Oldenburg – Der Vorstandsvorsitzende des Klinikums Oldenburg, Dirk Tenzer, tritt mit Wirkung zum 1. Juli zurück. Diese Entscheidung sei im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat getroffen worden, teilte die Klinik heute mit. Tenzer zog damit die Konsequenz aus der zunehmenden Kritik an ihm. Zuletzt hatte der Richter im Pro­zess gegen den verurteilten Patientenmörder Niels H. scharfe Kritik an Tenzer geäu­ßert.

Die Vorwürfe hätten in den vergangenen Wochen das Klinikum und dessen Beleg­schaft erreicht, deshalb habe er sich entschieden, das Unternehmen zu verlassen, betonte Tenzer, der das Klinikum seit 2013 leitet. „Ich habe in den vergangenen Jahren mit dem Klinikum und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel erreichen dürfen, möchte mich aber zukünftig anderen Herausforderungen widmen“, sagte er. Die Nordwest-Zeitung hatte zuerst über den Rücktritt berichtet.

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Derzeit kein Fehlverhalten erkennbar

Verwaltungsratschefin Margit Conty dankte Tenzer „ganz ausdrücklich“ für dessen Arbeit. „Gerade in der letzten Zeit war der Vorstandsvorsitzende jedoch der öffentli­chen Kritik ausgesetzt, dass er die Aufarbeitung der Morde durch den ehemaligen Pfleger Niels H. nicht entschieden genug betrieben habe. Der Verwaltungsrat sieht aus Sicht des Klinikums derzeit kein Fehlverhalten von Herrn Dr. Tenzer; deshalb sind die öffentlichen Vorwürfe um seine Person für den Verwaltungsrat nicht nachvollzieh­bar“, sagte Conty.

Der Mediziner war während des Mordprozesses gegen den Ex-Pfleger H. am Olden­burger Landgericht wegen der Informationspolitik des Klinikums in die Kritik geraten. Der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann hatte den Aufklärungswillen Tenzers angezweifelt. Wichtige Protokolle und Strichlisten mit Todesfällen seien erst spät an die Ermittler weitergegeben worden.

Tenzer hatte in einer vierseitigen persönlichen Erklärung den Vorwurf der Vertuschung vehement zurückgewiesen und die Anschuldigungen als substanzlos und unhaltbar kritisiert.

Das Landgericht Oldenburg hatte den Ex-Krankenpfleger H. vor zwei Wochen wegen 85 Morden zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts vergiftete H. zwischen 2000 und 2005 auf Inten­siv­stationen in zwei Krankenhäusern in den niedersächsischen Städten Oldenburg und Delmenhorst Patienten mit verschiedenen Medikamenten, um lebensbedrohliche Zustände auszulösen und sie anschließend wiederzubeleben. Viele starben. © dpa/aerzteblatt.de

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