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Ärzteschaft

Bundesärztekammer­präsident schlägt neue Regeln bei Organspende vor

Donnerstag, 20. Juni 2019

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer /dpa

Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat neue Re­geln bei der Organspende vorgeschlagen. Wer selbst zur Organspende bereit sei, könne auch bei der Vergabe von Spenderorganen bessergestellt werden, sagte Rein­hardt heute den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

„Den Empfang eines Spenderorgans von der eigenen Bereitschaft zur Spende abhän­gig zu machen, finde ich diskussionswürdig“, sagte er. „Wer bereit ist zu geben, kann bevorzugt empfangen.“ Reinhardt bezog sich bei seinem Vorschlag auf eine Regelung in Israel. Dort hänge der Platz auf der Empfängerliste bei Organtransplantationen auch davon ab, ob und wann sich jemand zu Lebzeiten zum Spender erklärt habe.

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„Wer zu einer Spende bereit ist, wird bei der Transplantation eines Organs bevorzugt. Das intensiviert den Gedanken, sich mit dem Thema zu befassen“, sagte Reinhardt. Es wundere ihn, dass dies in der politischen Debatte in Deutschland bisher keine Rolle gespielt habe.

In der kommenden Woche wird der Bundestag das erste Mal über eine Neuregelung der Organspende debattieren. Zur Diskussion steht dabei unter anderem die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Widerspruchslösung.

Danach wird automatisch jeder zum Organspender, der nicht zu Lebzeiten widerspro­chen hat. Reinhardt nennt das eine gute Lösung. „Länder wie Spanien, in denen es die Widerspruchslösung gibt, haben eine deutlich höhere Zahl von Transplantationen. Das erhoffe ich mir auch für Deutschland“, erklärte er.

Wenn die Menschen durch die Widerspruchslösung „wohlmeinend angestupst“ wür­den, um sich mit Organspende zu befassen, sei das gut. Auch der konkurrierende Ge­setzentwurf zu Spahns Vorschlag, der eine regelmäßige Befragung der Bürger und die Einrichtung eines Spenderregisters vorsieht, sei „ein Fortschritt“, sagte Reinhardt. © kna/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #661708
Haiko
am Freitag, 21. Juni 2019, 09:53

Organspende

Am Liebsten wäre mir die Alte Zeit aus den 80er: Handeln ohne Bürokratie und Juristen: Behandeln Arzt, Patient und Familie reden miteinander, wenn es nötig ist. Immer unter Generalverdacht als Arzt zu stehen führt zur Zerstörung des Vertrauensverhältnisses.
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