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Medizin

E-Zigarette explodierte im Mund

Donnerstag, 20. Juni 2019

/dpa

Salt Lake City – Aus nicht völlig geklärten Gründen können E-Zigaretten in Brand geraten oder sogar explodieren. Bei einem 17-jährigen Schüler kam es laut einem Fallbericht im New England Journal of Medicine (NEJM 2019; 380: 2460) zu einer Fraktur des Unterkiefers und dem Verlust von zwei Schneidezähnen.

Laut einer im September in Tobacco Control (2018: doi: 10.1136/tobaccocontrol-2018-054518) veröffentlichten Studie der staatlichen Consumer Product Safety Commission (CPSC) wurden in den Jahren 2015 bis 2017 in den Notaufnahmen von US-Krankenhäusern etwa 2.000 Patienten behandelt, die Verletzungen durch in Brand geratene oder explodierte E-Zigaretten erlitten.

Besonders schwer erwischte es den 17-jährigen Schüler, den Kinderchirurgen an der Universität von Utah in Salt Lake City behandelten. Wie Katie Russell berichtet, stellte sich der Patient mit einer kreisförmigen Punktion am Kinn, ausgedehnten Schnittwunden im Mund und mehreren zerstörten unteren Schneidezähnen sowie einer knöchernen Verschiebung im linken Unterkiefers vor.

In einer 3D-Rekonstruktion der Computertomografie war zu erkennen, dass der Unterkiefer gebrochen war. Der linke mittlere und der laterale Schneidezahn waren bei der Explosion aus dem Kiefer herauskatapultiert worden. Der Zahnhalteapparat war diesen Stellen regelrecht pulverisiert worden.

N Engl J Med 2019; 380:2460

Die Chirurgen nahmen eine offene Reposition mit interner Fixierung der Fraktur vor. Beim Débridement wurden die beiden Zähne und devitales Gewebe entfernt. Nach sechs Wochen war die Fraktur verheilt und die interne Fixierung konnte entfernt werden.

Wie genau es zu den Explosionen kommt, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die Probleme von den Akkus ausgehen, die die Energie für den Verdampfer liefern. Die Food and Drug Administration (FDA) hat Sicherheitshinweise für Nutzer veröffentlicht.

Dort wird zu E-Zigaretten geraten, bei denen sich der „Fire Button“ verriegeln lässt, was eine versehentliche Aktivierung verhindern soll. Die Anwender sollen die Batterien niemals lose in der Tasche bei sich führen, damit sie nicht versehentlich mit Metallen – etwa dem Hausschlüssel –in Berührung geraten. Die FDA rät davon ab, die E-Zigaretten über Nacht oder mit dem Smartphone zu laden. Beschädigte oder feuchte Batterien sollten ausgetauscht werden./rme © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #751684
mednews for all
am Samstag, 21. September 2019, 00:57

Mehr Einzelfall als die Schäden des traditionellen Rauchens

3.300 Nichtraucher sterben in Deutschland pro Jahr durch Passivrauchen. Zitat www.tk.de: "Weltweit sind es sogar mehr als 600.000 Tote, darunter 165.000 Kinder. Sie sterben, weil sie sich dem Qualm der anderen nicht entziehen können." Zahlen die Niemand bestätigen kann.
Was dieser Gust mit seiner Dampfe gemacht hat, wollen eir nicht wissen!
Avatar #731292
cis2000
am Samstag, 21. September 2019, 00:02

Nur Zahlen und Rechenmodelle welche dem Bürger einschränken!

Was bringen uns Zahlen und Rechenmodelle? Zahlen und Rechenmodelle welche auf keiner Grundlage fundieren, schaffen nur Verunsicherung und Angst. Ist es genau DAS was man will? Einen Bürger der keinen Zucker, Salz, Schokolade, Nikotin, Koffein, Teein usw. konsumiert? Wie sieht das Leben dann aus? Ich stehe früh auf und trinke ein Glas schädliches Wasser und eine schädlichen Joghurt. Zum Mittag trinke ich wieder ein schädliches Glas Wasser und esse ein schädliches Schweineschnitzel. Am Abend esse ich eine schädliche Leberwurstsemmel mit eienem schädlichem Glas Wasser.
Das wird bestimmt mein Leben!
Avatar #731292
cis2000
am Freitag, 20. September 2019, 23:44

Der linke mittlere und der laterale Schneidezahn waren bei der Explosion aus dem Kiefer herauskatapultiert worden. Der Zahnhalteapparat war diesen Stellen regelrecht pulverisiert worden.

Also man sollte vielleicht noch eine Schaufel auflegen. Der Zahnausfall kommt einer Atomexplosion gleich. Wie sieht es mit Küchenunfällen, Arbeitsunfällen und Gartenunfällen im Vergleich zur E Zigarette aus? Wie viele Leute sterben täglich im Verkehr oder an den Folgen des passiv Rauchens usw. 3.300 Nichtraucher sterben in Deutschland pro Jahr durch Passivrauchen. Zitat www.tk.de: "Weltweit sind es sogar mehr als 600.000 Tote, darunter 165.000 Kinder. Sie sterben, weil sie sich dem Qualm der anderen nicht entziehen können." Zahlen die Niemand bestätigen kann.
Was dieser Gust mit seiner Dampfe gemacht hat, wollen eir nicht wissen!
Avatar #776252
Dampferland
am Freitag, 21. Juni 2019, 15:40

Leider kein Einzelfall

Es kommt vor, das E-Zigaretten zu Brennen anfangen. Allerdings ist das Risiko nicht höher als bei anderen Geräten, die Akkus brauchen. Samsung kennt das Problem auch. Ein Paradebeispiel ist das Galaxy Note 7. Bei E-Zigaretten gibt es mechanische Modelle und elektronische. Das Risiko ist bei den mechanischen massiv höher. Zudem müssen unbedingt gute Akkus eingesetzt werden. Leider gibt es auch viele ungeeignete Batterien, die zudem noch mit falschen Kennzahlen beschriftet sind.
Avatar #763956
dubito
am Donnerstag, 20. Juni 2019, 16:22

Schönes Thema ... für die BILD

Es ist erstaunlich, dass ein solcher Unfall es zu einer Ärzteblatt-News mit Sofort-Benachrichtigung schafft: Es ist doch offenbar, dass dies ein reines Boulevard-Thema ist. Es wird gebracht, da es das Wort "E-Zigarette" enthält; der medizinischer Nachrichtenwert ist jedenfalls genauso wenig evident wie die Nachricht über einen Verbrennungsunfall durch das Hantieren mit Benzin an einem glimmenden Grill.
Dass kurzgeschlossene Hochleistungs-Akkus gefährlich sind, ist altbekannt. Ein innerer Kurzschluss liegt vor, wenn Akkutyp und Verdampfer nicht zueinander passen, wenn also der Akku nicht die Strommenge liefern kann, die der Verdampfer abfordert, und wenn der Akkuträger außerdem keine Entgasungslöcher (gegen Überdruck) hat und zudem auch keine elektronische Regelung, die eine Überlastung verhindert hätte.
Solche völlig unpassenden Kombis gehen immer zurück auf persönlichen Leichtsinn; sie werden so in keinem Fachgeschäft verkauft. Entgasungsöffnungen sind bei allen Markengeräten genauso selbstverständlich wie übrigens auch eine Abschaltmöglichkeit. Das mag im Bundesstaat Utah vielleicht alles ganz anders sein als bei uns - aber so what?
LNS

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