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Medizin

Personal-Training und Aktivitätstracker helfen Menschen mit metabolischem Syndrom

Freitag, 21. Juni 2019

sport and technology concept - smiling woman with smart watch or fitness tracker in summer park/Syda Productions, stock.adobe.com
/Syda Productions, stock.adobe.com

Hannover – Ein personalisiertes Lebensstilprogramm für Arbeitnehmer mit metabo­lischem Syndrom kann die Schwere der Erkrankung bei Männern und Frauen in verschiedenen Berufen reduzieren. Das Programm umfasst einen tragbaren Aktivi­tätstracker, eine App und persönliche Sitzungen mit Fitnesstrainern. Über die Ergebnisse berichten Sportmediziner der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in The Lancet Public Health (2019; doi: 10.1016/S2468-2667(19)30075-1).

An der Studie nahmen 314 Freiwillige aus verschiedenen Berufen mit metabolischem Syndrom aus dem Volkswagen Stammwerk in Deutschland teil. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einem 6-monatigen Lifestyle-Programm zugeordnet, das sich auf regelmäßige Bewegung konzentrierte (160 Erwachsene), oder einer Kontrollgruppe.

Die Teilnehmer der Trainingsgruppe trugen ein Fitness-Tracker-Armband und erhielten bei regelmäßigen persönlichen Treffen mit einem Trainingscoach und über eine Smartphone-Applikation personalisierte Empfehlungen für Bewegung, Ernährung und Stressmanagement. Ziel des Trainingsprogramms war es, 6 Monate lang wöchentlich 150 Minuten mäßig intensiv körperlich aktiv zu sein.

Die Forscher bestimmten die Veränderung des Schweregrads des metabolischen Syndroms, angepasst an Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit. Alle Teilnehmer wurden zu Beginn der Studie und erneut 6 Monate später medizinisch untersucht und mit Fragebögen über ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität, Angst- und Depressionsniveau, körperliche Aktivität und Arbeitsfähigkeit befragt.

Lebensstilprogramm reduziert Risikofaktoren

Insgesamt wurden 274 (87 %) Teilnehmer in diese Analyse einbezogen. Die Trainings­gruppe führte durchschnittlich 147 Minuten lang über 6 Monate wöchentlich  eine Übung mit mittlerer Intensität durch. Nach 6 Monaten hatten sich in der Trainingsgruppe 4 von 5 Risikofaktoren des Stoffwechselsyndroms im Vergleich zu den Kontrollen signifikant vermidert, nämlich Taillenumfang, Triglyceride, Blutzucker und Blutdruck.

Die Ergebnisse zeigten auch, dass die Teilnehmer der Trainingsgruppe ihre Arbeitsfähigkeit nach der Intervention höher einschätzen als vor dem Start des Programms. „Wichtig ist, dass eine längere Dauer der körperlichen Aktivität pro Woche mit einer größeren Verbesserung der Arbeitsfähigkeit über 6 Monate verbunden war“, so die Wissenschaftler.

Alex Burdorf vom Erasmus Medical Center Rotterdam, Niederlande, kommentierte die Ergebnisse im Fachmagazin: „Das Gesundheitsförderungsprogramm von Haufe und Kollegen ist vielversprechend für die Entwicklung effektiverer Präventivmaßnahmen bei ungesundem Verhalten.“ Die Intervention sei aber keine „magische Lösung zur Bekämpfung des gesundheitlichen Verlustes der Arbeitsfähigkeit“, so seine Einschätzung. Aber die Studie zeige, dass die Anwendung moderner Technologien gute Möglichkeiten für dynamische Interventionsprogramme biete, welche die traditionellen Hindernisse von Gesundheitsprogrammen überwinden könnten, zum Beispiel eine unzureichende Reichweite.  © hil/aerzteblatt.de

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