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KBV und Krankenkassen einigen sich auf Vergütungsregelungen für Terminservicegesetz

Freitag, 21. Juni 2019

/v.poth, stockadobecom

Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich im Bewertungsausschuss auf Eckpunkte zur Umsetzung des Terminser­vice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) geeinigt. Damit steht fest, dass Ärzte den durch das neue Gesetz verursachten Mehraufwand künftig entsprechend vergütet be­kommen.

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen zeigte sich mit dem Verhandlungser­geb­nis zufrieden. Es stelle die Weichen, damit sich die vom Gesetzgeber gewollte Mehr­arbeit für die niedergelassenen Ärzte auch auszahlen könne. Zudem seien die nächsten Schritte für die Umsetzung des TSVG damit klar geregelt.

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„Ich gehe davon aus, dass durch die Bewertungsausschuss-Regelungen künftig mehr Geld fließen wird“, unterstrich der KBV-Geschäftsführer in einem aktuellen KV-On-Interview. Nun gelte es abzuwarten, wie dies die Versorgung in den unterschiedli­chen Regionen und Fachgruppen beeinflussen werde.

Schließlich gehe die zusätzliche Vergütung mit einer Bereinigung der morbiditäts­bedingten Gesamtvergütung (MGV) einher. „Es gibt also zwar kein Füllhorn immenser Geldmengen, aber wo mehr Leistung erbracht wird, wird es auch mehr Vergütung ge­ben“, versprach Gassen.

So erhalten Hausärzte für die Facharztvermittlung ab September einen extrabudge­tären Zuschlag von zehn Euro – allerdings nur, wenn der Termin innerhalb von maxi­mal vier Tagen vermittelt werden kann. Ebenfalls ab September können Ärzte die Be­handlung von Neupatienten außerhalb des Budgets abrechnen. „Dabei gelten Patien­ten als Neupatienten, wenn sie seit mindestens zwei Jahren nicht mehr in der Praxis behandelt oder untersucht worden sind“, erklärte der KBV-Chef.

Augenärzte, Chirurgen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinder- und Jugendpsy­chiater, Nervenärzte, Neurologen, Orthopäden, Psychiater und Urologen, die ab Sep­tember offene Sprechstunden anbieten müssen, können zudem maximal fünf offene Sprechstunden je Woche extrabudgetär in Rechnung stellen. Zuvor müssen KBV und GKV-Spitzenverband allerdings den Bundesmantelvertrag entsprechend anpassen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #756274
MB1960
am Sonntag, 23. Juni 2019, 13:41

Schönreden

Was bleibt den armseligen Truppen der KBV in Berlin denn anderes übrig, als ein desaströses Ergebnis schönzureden.
Diese Verlierer haben doch schon bei der Lobbyarbeit zum Gesetzentwurf die Waffen gegen das Lauterbach´sche Dauerfeuer gegen die Freiberuflichkeit gestreckt.
Die gesamte Abrechnung dieses Blödsinns sieht völlig einfach aus:
Es gibt mehr Arbeit aber nicht mehr Geld.
Es bleibt bei allen Honorarzwängen - nur wir umverteilt. (HA 10 € FA? €)
Die Stimmung gegenüber den Entscheidungsträger wird sich nicht verbessern.

Es freut sich der Populist Spahn und die Kassen.
Wenn man sich diesem Unfug verweigert, was zu empfehlen wäre, dann gewinnt der Kollege mit der falschen gierigen Vorstellung er könnte auf Kosten aller (Bereinigung Gesamtbudget) richtig Kohle machen.
Also liebe KBV und KV´en klagt euer/unser Leid, wie konnte das nur passieren...ach Gott ...ach Gott...
In froher Erwartung was bei den Verhandlungen zum GOÄ und neuen EBM mit dieser Truppe rauskommt, muss man sich erstmal für diese grandiose Leistung bedanken. Nicht nur bei Herr Spahn, sondern bei allen Beteiligten.
Wirklich toll....ganz toll...

Danke! Danke! Danke! Danke!
Avatar #756274
MB1960
am Sonntag, 23. Juni 2019, 13:40

Schönreden

Was bleibt den armseligen Truppen der KBV in Berlin denn anderes übrig, als ein desaströses Ergebnis schönzureden.
Diese Verlierer haben doch schon bei der Lobbyarbeit zum Gesetzentwurf die Waffen gegen das Lauterbach´sche Dauerfeuer gegen die Freiberuflichkeit gestreckt.
Die gesamte Abrechnung dieses Blödsinns sieht völlig einfach aus:
Es gibt mehr Arbeit aber nicht mehr Geld.
Es bleibt bei allen Honorarzwängen - nur wir umverteilt. (HA 10 € FA? €)
Die Stimmung gegenüber den Entscheidungsträger wird sich nicht verbessern.

Es freut sich der Populist Spahn und die Kassen.
Wenn man sich diesem Unfug verweigert, was zu empfehlen wäre, dann gewinnt der Kollege mit der falschen gierigen Vorstellung er könnte auf Kosten aller (Bereinigung Gesamtbudget) richtig Kohle machen.
Also liebe KBV und KV´en klagt euer/unser Leid, wie konnte das nur passieren...ach Gott ...ach Gott...
In froher Erwartung was bei den Verhandlungen zum GOÄ und neuen EBM mit dieser Truppe rauskommt, muss man sich erstmal für diese grandiose Leistung bedanken. Nicht nur bei Herr Spahn, sondern bei allen Beteiligten.
Wirklich toll....ganz toll...

Danke! Danke! Danke! Danke!
Avatar #672734
isnydoc
am Samstag, 22. Juni 2019, 15:26

Sprechstunden in Rechnung stellen?

Wie soll das denn praktisch bei der Quartalsabrechnung gehandhabt werden?
"maximal fünf offene Sprechstunden je Woche extrabudgetär in Rechnung stellen." Deratige Regelungen dürften doch eher der bürokratischen overkill darstellen.
GroKo-Maestro Spahn oder Lauterbach dafür ideell massgebend?
Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 22. Juni 2019, 11:13

KBV-Chef zufrieden? Ich wäre als Arzt keineswegs zufrieden!

Für die mittels TSVG von den Ärzten geforderte Mehrarbeit wird die Ärzteschaft nicht nur nicht zusätzlich vergütet, ihr Honorar wird sogar gekürzt. Wenn der KBV-Chef damit zufrieden ist, dann gute Nacht Ärzteschaft. Die Ärztezeitung meldet dazu:
Auf jeden Fall könne „für die geforderte Mehrarbeit jetzt auch mehr Geld fließen. Ich gehe davon aus, es wird auch mehr Geld fließen“, sagte der KBV-Vorsitzende. Er räumte ein, die extrabudgetäre Vergütung der Leistungen werde „mit einer Bereinigung, also Verminderung, der Morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) einhergehen“.
https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/aerztliche_verguetung/article/990789/bewertungsausschuss-aerzte-kassen-einigen-tsvg-umsetzung.html

Im Klartext: Jeder einzelne Euro, der für TSVG-Leistungen (Terminvermittlung über TSS, Terminvermittlung von Hausärzten, Zuschläge für TSS-Termine, Offene Sprechstunde, Neupatienten) an TSVG-Ärzte ausgegeben wird, wird bei allen (TSGV-Hörige genau wie TSVG-Verweigerer) abgezogen werden. Für die Kassen bedeutet es, dass sie mehr Leistung für das gleiche Geld bekommen. Für die Ärzte bedeutet es, dass sie weniger Geld für mehr Leistungen bekommen.

Nur damit es gaaaaanz deutlich wird, wiederhole ich es noch einmal:
Die Ärzte bekommen WENIGER Geld für MEHR Leistungen. Also nicht etwas gleich viel Geld für mehr Leistungen, was per se schon mal beschissen wäre. Sondern WENIGER Geld für mehr Leistungen.

Wieso weniger, erklärt sich von selbst, wenn man mal kurz nachdenkt. Um den gesamten TSVG-Müll umzusetzen, müssen u. a. die TSS auf 24/7/365 ausgebaut werden. Das kostet mehr Geld als die TSS schon heute kosten. Und dieses zusätzliche Geld wird vorab aus der Gesamtvergütung entnommen werden, weswegen der Anteil der Gesamtvergütung, der an die Ärzte verteilt werden kann, sinkt.

Im Ergebnis also:
Die Ärzte arbeiten mehr (und haben deswegen auch höhere Kosten), aber die Einnahmen sinken.

Der KBV-Chef ist damit zufrieden. Da das Gehalt des KBV-Chefs von diesem TSVG-Schwachsinn nicht betroffen ist, kann der KBV-Chef damit auch zufrieden sein. Genau wie alle KV-Mitarbeiter auch. So etwas nennt man für gewöhnlich „Verträge zu Lasten Dritter“.

Die KV-Mitglieder, die mit floatenden Honoraren bezahlt werden, dürften das nicht goutieren. Die müssten eigentlich einen Aufstand anzetteln, denn was KBV und GKV hier vereinbart haben, ist völlig inakzeptabel.

Aber Ärzte sind nun mal so …….., mit denen kannst du alles machen. Dass man mit denen alles machen kann und sie am Ende sogar noch dann artig danke sagen, wenn man sie wie Dreck behandelt, ist mit den ausbleibenden Reaktionen auf das Verhandlungsergebnis KBV mit GKV zur TSVG-Vergütung bewiesen.

P.S.:
So gut wie alle KV-Mitglieder werden unterm Strich verlieren, selbst die TSVG-Hörigen. Sie bekommen zwar mehr Geld, aber erstens nur für einen begrenzten Zeitraum und zweitens steigen die Ausgaben (mehr Sprechstunde steht u. a. für höhere Personalausgaben) massiv an. Zudem wird ihnen für alle Nicht-TSVG-Fälle genau so viel abgezogen werden wie den TSVG-Verweigerern.
Die TSVG-Verweigerer werden also „nur noch“ etwas mehr verlieren als die TSVG-Hörigen.

P.P.S.:
Was denkt sich wohl ein KBV-Chef, der von „könne es mehr Geld geben“ und „ich gehe davon aus, dass es mehr Geld gibt“ schwafelt, im Klartext „es wird nicht einen Cent mehr geben“, wie die KV-Mitglieder beschaffen sind?
Dumm?
Dämlich?
Ignorant?
Duldsam?
Zu beschäftigt?
…. ?
Avatar #776021
Frank Wendel
am Freitag, 21. Juni 2019, 19:09

„Dabei gelten Patien­ten als Neupatienten, wenn sie seit mindestens zwei Jahren nicht mehr in der Praxis behandelt oder untersucht worden sind“

ich habe mal einen sogenannten "Hausarztvertrag" abgeschlossen, bin mir ziemlich sicher, daß es auch Zeiträume gab, die länger als zwei Jahre waren, in denen ich nicht zum Arzt ging. Ich suchte meinen Arzt auf, wenn ich mir allein nicht mehr helfen konnte. Ein Arzt bekäme dann in Zukunft eine nichterbrachte Leistung?

Meine Hausärztin erinnerte mich nicht an die 10-jährigen Wiederholungsimpfungen, der Tierarzt meines Hundes bekommt das jedes Jahr hin!
LNS

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